Sandro Zimmerli

«FCZ seit 1896» - in grossen Lettern prangt der Schriftzug an der Aussenwand der Turnhalle des Schulhauses Schlüechti in Weiningen. Es ist das zweite Mal innerhalb weniger Wochen, dass die Weininger Schule von Vandalen heimgesucht wird. Kurz vor den Sommerferien verschmierten Unbekannte schon einmal die Fassade der Halle.

Während die Gemeinde im Sommer auf eine Anzeige verzichtete, will der Gemeinderat die erneute Verunstaltung des Pausenraums dieses Mal nicht einfach auf sich sitzen lassen. Auf der Homepage der Schule bittet er die Bevölkerung um Mithilfe bei der Suche nach den Tätern und stellt eine Belohnung von bis zu 500 Franken für sachdienliche Hinweise in Aussicht (siehe Kasten). «Wir haben im Gemeinderat intensiv darüber diskutiert, wie wir gegen die Vandalen vorgehen wollen. Rechtliche Abklärungen haben gezeigt, dass wir befugt sind eine Belohnung auszusetzen. Zudem haben wir bei der Polizei Anzeige gegen Unbekannt eingereicht», sagt Schulpräsidentin Sabin Waser.

Mit der Aktion verfolgt der Gemeinderat gleich zwei Ziele. «Wir haben uns bewusst dazu entschieden, 500 Franken an Steuergelder als Belohnung einzusetzen», so Waser. Um die Fassade zu reinigen, müsse die Gemeinde ohnehin Steuergelder aufwenden. Sollte es gelingen durch den Aufruf die Täter zu finden, könnte der Gemeinderat ihnen die Kosten für die Reinigung weiterverrechnen. In einem solchen Fall seien die 500 Franken gut investiertes Geld.

Erste Hinweise sind eingegangen

Zudem, so Waser, wolle man mit der Aktion auch ein Zeichen setzen. «Mit der Belohnung wollen wir der Bevölkerung zeigen, dass der Gemeinderat solche Vandalenakte nicht einfach hin nimmt. Wir wollen die Einwohner ermuntern uns Sachbeschädigungen künftig zu melden. Sie sollen für solche Vorfälle sensibilisiert werden und mit offenen Augen durch die Gemeinde gehen», hält die Schulpräsidentin fest.

Dies scheint dem Gemeinderat gelungen zu sein. Bereits wenige Stunden nachdem der Aufruf gestern publiziert wurde, hätten sich drei Personen bei der Schule gemeldet, so Waser. Wer diese Personen sind will Waser nicht preisgeben. «Aus Gründen des Persönlichkeitsschutzes wollen wir diesen Personen Anonymität garantieren», erklärt sie. Zudem sei auch nicht sicher, ob die Hinweise für die Ergreifung der Täter überhaupt brauchbar seien. Dennoch zeigt sich Waser mit dem Start der Aktion zufrieden: «Am Ziel sind wir noch lange nicht. Mit dem Aufruf haben wir bei der Bevölkerung aber immerhin schon etwas bewegt.»