Es hätte ein romantischer Sommer werden sollen, heiraten wollten sie - in drei Wochen. Doch das junge Aarburger Pärchen wurde am Sonntag jäh aus ihren Hochzeitsträumen gerissen. Das schöne Wochenende zu zweit am Bielersee wurde zur Tragödie.

«Wir waren mit unserem Gummiboot auf der St. Peterinsel zum Picknicken. Dann wollten wir zurück nach Lüscherz fahren», sagt der 26-Jährige gegenüber Tele M1. Kurz vor 18 Uhr machen die zwei Verliebten eine Pause auf dem See.

Die Hilfe kam zu spät

«Plötzlich kam ein Motorboot auf uns zu. Ich stand auf, winkte und schrie.» Es nützte nichts. «Schatz spring raus!», habe er noch gesagt. Dann knallte es. Das Pärchen versuchte sich mit einem Sprung ins Wasser zu retten. Als der 26-Jährige wieder auftaucht, sich ins Boot hievt, sucht er seine Freundin. Auch sie taucht auf, kann sicher aber nicht mehr bewegen. Der junge Aarburger zieht seine Freundin ins Boot - schnell wird ihm klar: die Verletzungen sind gravierend.

«Ihr Beine waren abgetrennt. Sie hielten nur noch an einem Muskelstrang.» Er habe versucht die Blutung zu stoppen, doch der Aarburger hatte keine Chance. «Ich schrie um Hilfe, etwa fünf lange Minuten.» Dann seien zwei Männer zur Hilfe geeilt - zu spät.

«In meinen Armen gestorben»

«Auf dem Weg ans Land ist sie in meinen Armen gestorben.» Am Ufer versuchen Ärzte, seine Freundin zurück ins Leben zu holen - vergeblich. Die Motoryacht muss die 24-Jährige bei Auftrauchen mit der Schiffsschraube erwischt haben. Der Kapitän des wein- oder altbordeaux-roten Schiffs begeht nach dem Unfall Fahrerflucht.

Wie es weitergeht, weiss der junge Aarburger nicht. «Wir wollten doch in drei Wochen heiraten... In Spanien.» Und: «Meine Freundin hat sich erst kürzlich selbstständig gemacht. Wie es nun mit dem Siebdruck weitergeht, weiss ich nicht.» Er werde das Geschäft mit einem Freund weiter betreiben - wie lange, weiss er nicht. (sza)