Lilly-Anne Brugger

Wenn die Schweizer Rheinsalinen genügend Salz an Lager gehabt hätten, wäre der Winter 2009/2010 in die Geschichte eingegangen. In keinem anderen Winter hätten die Schweizer Rheinsalinen so viel Salz verkauft wie in diesem. Doch es wird wohl anders kommen. Noch ist die Abrechnung nicht gemacht, es deutet aber alles darauf hin, dass der Winter 2008/2009 den Spitzenplatz behalten wird, was die verkaufte Menge an Auftausalz angeht.

Saldome im Januar fast leer

In der aktuellen Wintersaison haben die Schweizer Rheinsalinen bis heute 190 000 Tonnen Auftausalz verkauft – im Winter 2008/2009 waren es 223 000 Tonnen. «Dieses Jahr wäre die Nachfrage nach Streusalz aber viel grösser gewesen», sagt Armin Roos von den Schweizer Rheinsalinen. Im Januar stiessen die Rheinsalinen jedoch an ihre Kapazitätsgrenzen: Der Saldome, die kuppelartige Lagerhalle in Riburg bei Möhlin, die rund 80 000 Kubikmeter Salz fassen kann, war fast leer. So konnten die Rheinsalinen nur noch ihre jeweilige Tagesproduktion verkaufen – und damit die schweizweite Nachfrage nicht mehr decken.

«Wäre die Lagerkapazität grösser, hätte bereits im Sommer ein grösserer Salzvorrat angelegt werden können», erklärt Roos. So hätte vermutlich die grosse Nachfrage nach Auftausalz, die im Januar und zu Beginn des Februars bestand, gedeckt werden können.

Riburg oder Schweizerhalle

Damit die Schweizer Rheinsalinen künftig nicht mehr in die gleiche Situation kommen, wird jetzt über den Bau eines weiteren Salzlagers nachgedacht. Spruchreif sei aber noch nichts, betont Armin Roos. Er rechnet damit, dass dem Verwaltungsrat im Frühjahr entsprechende Ideen präsentiert werden und dieser dann eine Entscheidung fällt. Geplant sei, dem Verwaltungsrat betreffend Standort eines neuen Salzlagers zwei Varianten vorzuschlagen, so Roos.

Zur Auswahl stehen Standorte in Riburg und in Schweizerhalle, wobei Roos denjenigen in Riburg als «den wahrscheinlicheren Standort» sieht. Grund dafür ist die Infrastruktur. Da bereits der Saldome in Riburg steht, kann auf bestehende Verladestationen für Bahn und Lastwagen zurückgegriffen werden. Auch seien die Platzverhältnisse in Riburg günstiger, so Roos. Geklärt werden muss ausserdem, ob diese zweite Lagerhalle analog dem Saldome kuppelförmig werden soll, oder doch eher rechteckig.

Salzproduktion im Sommer

Doch es stellt sich die Frage, ob die Rheinsalinen überhaupt in der Lage wären, während eines Sommers neben dem Saldome auch eine weitere Lagerhalle aufzufüllen. In diesem Punkt zeigt sich Armin Roos zuversichtlich: «Nach dem letzten Winter waren unsere Salzbestände auf Null. Bis im Herbst war der Saldome wieder voll und auch unserer Kundschaft konnte ihre Lager auffüllen.»

Roos erhofft sich, dank einer zweiten Lagerhalle die Produktion im Sommer zu erhöhen und dabei auch vom günstigeren «Sommerstrom» zu profitieren. Ausserdem gehe man nicht davon aus, dass die zweite Lagerhalle in jeder Saison leer werde. Ein zweiter Saldome würde sommit helfen, die Spitzen abzufedern. Genau dies hatte man sich schon vom Saldome erhofft, als er im Jahr 2005 eingeweiht wurde. Dank dieser Lagerhalle könne man auch «überdurchschnittlichen» Salznachfragen in der Schweiz nachkommen, hiess es damals.