Sie seien nach der Behandlung wieder aus dem Spital entlassen worden, berichtete die "Los Angeles Times" unter Berufung auf eine Kliniksprecherin.

Drei der Verletzten befänden sich aber in einem kritischem Zustand, darunter ein Kind, das per Helikopter in eine Spezialklinik gebracht wurde. Dies teilten Vertreter der Stadt Napa auf einer Medienkonferenz mit.

Der Gouverneur von Kalifornien, Jerry Brown, rief dem Sender CNN zufolge für die Region Napa den Notstand aus. Damit kann rasch Hilfe aus Washington in die betroffenen Gebiete fliessen. Das Zentrum des Bebens mit einer Stärke von 6,0 lag nach Angaben der Erdbebenwarte US Geological Survey neun Kilometer vom Weingebiet Napa entfernt. Das Beben soll das schwerste seit 25 Jahren in der Region gewesen sein.

Gebäude schwer beschädigt

Rund 100'000 Menschen seien von dem Beben am frühen Sonntagmorgen (Ortszeit) betroffen gewesen. Es wurden rund 60 leichtere Nachbeben gemessen, eines erreichte die Stärke 3,6.

Der Fernsehsender CNN zeigte Bilder von schwerbeschädigten Gebäude, immer wieder brachen Brände aus. Augenzeugen sagten, in der Innenstadt von Napa seien einige Häuser völlig zerstört worden. Der Sender KTVU berichtete, in der Ortschaft Vallejo sei ein Kirchturm eingestürzt.

Nach Angaben der kalifornischen Feuerwehr waren mehrere Menschen in ihren Häusern eingeschlossen. Die "Los Angeles Times" berichtete von heruntergerissenen Stromleitungen. Mehr als 42'000 Haushalte in Napa und benachbarten Bezirken sollen von der Stromversorgung abgeschnitten sein.

"Wie eine Achterbahn"

"Es war wie eine Achterbahn", schilderte eine Augenzeugin die Sekunden des Bebens. "Ich dachte, das sei 'The Big One'", sagte Craig Chan auf CNN. "Ich habe mein ganzes Leben in San Francisco verbracht und immer wenn es länger als zehn Sekunden bebt, denkst du: Jetzt ist es soweit." Seit Generationen fürchten die Menschen in Kalifornien "The Big One" - das überfällige Grossbeben.

Der Erdstoss vom Sonntagmorgen war laut mehreren Medienberichten das schwerste Beben in der Region seit dem Loma-Prieta-Beben nahe San Francisco 1989 mit einer Stärke von 6,9. Damals waren 63 Menschen ums Leben gekommen und massive Schäden entstanden.

Zwei Erdbeben in Chile

Der gesamte Westen des amerikanischen Doppelkontinents liegt am sogenannten Pazifischen Feuerring, der seismisch besonders aktiv ist. Erst am Samstagabend hatte ein Erdbeben der Stärke 6,2 die Region rund um die chilenische Hafenstadt Valparaíso erschüttert.

Dabei waren die Erschütterungen auch in der Hauptstadt Santiago zu spüren. In einigen Stadtteilen fiel der Strom aus. Verletzt wurde laut Innenministerium niemand.

Kurzzeitig wurde ein Fussballspiel zwischen den Erstligisten Unión Española und Universidad de Concepción unterbrochen. Die Spieler versammelten sich in der Mitte des Spielfelds, und die Zuschauer strömten zu den Notausgängen.

Bereits am frühen Morgen hatte im Norden Chiles die Erde gebebt. Der Erdstoss nahe der Stadt Iquique hatte eine Stärke von 5,7. Im April waren dort bei einem Beben der Stärke 8,2 sieben Menschen ums Leben gekommen.