Phänomen
Spektakulärer Crash in Brugg – doch schauen Sie mal, wie viele Lastwagen diese Brücke schon aufgeschlitzt hat

Am späten Mittwochnachmittag blieb ein Lastwagen in der Unterführung zwischen Brugg und Windisch stecken. Die berüchtigste Brücke der USA würde das nicht gross beeindrucken: In ihr blieben schon 105 Fahrzeuge stecken. Und ein Ende ist nicht in Sicht.

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Zwei laute Knalle schreckten Studierende der Fachhochschule Nordwestschweiz in Brugg-Windisch am späteren Mittwochnachmittag auf. Verantwortlich dafür war ein Lastwagen, dessen Ladung zu gross für die Unterführung beim Neumarktknoten zwischen Brugg und Windisch war.

Er blieb in der Unterführung stecken; durch den Aufprall fiel auch eine der Kabelrollen, die das Fahrzeug transportierte, vom Anhänger. Verletzt wurde niemand.

Lastwagen-Crash in Brugg: Die Kabelrollen auf einem Lastwagenanhänger passten nicht unter der SBB-Brücke hindurch

Lastwagen-Crash in Brugg: Die Kabelrollen auf einem Lastwagenanhänger passten nicht unter der SBB-Brücke hindurch

Kapo AG
Zum Unfall kam es bei der Unterführung neben dem Campus der Fachhochschule in Brugg-Windisch

Zum Unfall kam es bei der Unterführung neben dem Campus der Fachhochschule in Brugg-Windisch

Kapo AG

Beobachter der Durham Bridge dürften für solch einen Vorfall nur ein müdes Lächeln übrig haben. In der Eisenbahnbrücke im US-Bundesstaat North Carolina sind seit 2008 schon 105 Lastwagen steckengeblieben - und wurden teils übel zugerichtet.

Das jüngste Opfer blieb am 18. März unter der Brücke stecken.

Die Brücke ist 11 Foot und 8 Inches hoch und trägt deshalb auch den Spitznamen «11foot8-Bridge».

Das sind rund 3,6 Meter Höhe. Was wiederum rund 0,6 Meter weniger ist, als das definierte Minimum für Standard-LKWs in den USA.

Und so crashen die Lastwagen einer um den anderen in die Brücke. Und das, obwohl grosse Schilder vor der niedrigen Brücke warnen.

Den regelmässigen Unfällen der «11foot8-Bridge» ist sogar eine eigene Website gewidmet. Der Informatiker Jürgen Henn hat 2008 eine Kamera installiert. Auf 11foot8.com kann die ganze Welt mitverfolgen, wie die Lastwagenfahrer in die Falle gehen.

Die Fahrer kommen meist ungeschoren davon, verletzt wurde erst eine Person. Die Lastwagen hingegen werden regelrecht abrasiert wie ein «Tête de Moine»-Käse.

Das Verkehrsdepartement von South Carolina beziffert den seit 2008 entstandenen Schaden auf rund 500 000 US-Dollar, das sind umgerechnet ebenfalls rund eine halbe Million Franken.

Die Pointe: Weder kann die Brücke erhöht noch die Strasse gesenkt werden. Ersteres verhindern laut den Behörden die Geleise, die über die Brücke führen, Letzteres werde durch Leitungen im Boden verunmöglicht.

Die Idee ist nun laut dem «Wall Street Journal», einen Höhensensor mit Lichtsignal einzurichten. Rotlicht würde dann bedeuten: Sofort umkehren!

Durham in North Carolina – hier befindet sich die berüchtigtste Brücke der USA:

Wir Schweizer erinnern uns da auch an die Bagger-Brücke auf der A1, die 2014 diesen legendären Crash forderte:

(smo/rue)