«Hut ab für diesen Entscheid! Das braucht Mut», kommentiert ein User auf der Facebook-Seite der Aargauer Zeitung. Ein anderer: «Neuer Lieblingsclub. Daumen hoch!» Pelz sei heute völlig überholt. Das Hiltl übernehme eine Vorbildfunktion und «macht einen guten Anfang!». 

Gemeint ist der Umstand, dass der Zürcher Hiltl Club seit gut zwei Jahren jenen Partygästen den Zutritt verweigert, die Echtpelz am Körper tragen – aus tierschützerischen Gründen. Weil in diesem Jahr der Pelz-Import in der Schweiz so hoch ist wie seit 24 Jahren nicht mehr – 2016 wird die Schweiz rund 440 Tonnen Pelz importiert haben – kommt diese Regel erst diese Saison richtig zum Tragen. Die Folge: Durch die Anti-Pelz-Regel und den derzeitigen Trend gehen dem Club zahlreiche Partygäste durch die Lappen.

Gestern postete die az einen Beitrag mit Video zum Thema auf ihre Facebook-Seiten, der Post wurde innert kürzester Zeit x-mal geteilt, geliked und kommentiert. Letzteres sehr kontrovers. Wenn auch die Mehrheit der Facebook-User die konsequente Umsetzung der Regel begrüsste, so ärgerten sich einige über Hiltls «Doppelmoral». Denn: Wenn auch im Club ein Verbot von Pelz gelte, so doch nicht in den Hiltl-Restaurants. Das Dachterasse-Hiltl an der Bahnhofstrasse ist gar über dem PkZ eingemietet. Das Bekleidungsgeschäft bietet Pelz im grossen Stil an. 

Ein Grund, das Pelzverbot im Hiltl Club nicht ernst zu nehmen? Für einige User schon. «Das ist bestimmt nur für die PR!», «die Regel wird nicht mal im eigenen Restaurant eingehalten», empören sich einige in ihren Kommentaren. Andere finden: ein guter, erster Schritt. 

Massenabweisungen beim Hiltl Club wegen Pelzboom

«Tele Züri»-Bericht von der Front: Massenabweisungen vor dem Hiltl Club

Bis zu 100 Besuchern pro Abend wird der Einlass in den Vegetarier-Tempel verwehrt, weil ihre Jacken Echtpelz enthalten. Uneinsichtige werden «schockerzogen». (18.12.2016)

Das Hiltl selbst schreibt auf seiner Homepage: «Das Pelzverbot gilt nur im Hiltl Club. In unserem Restaurant sowie den anderen Standorten wollen und können wir keine Selektion vornehmen.»

Ob wohl Hiltl-Besitzer Rolf Hiltl das Statement von Facebook-User Lars B. zumindest in seinen Restaurants begrüsst? Denn der schreibt: «Lieber Pelz als nackt!» 

(mbr)