Parkbank

Sicht auf «grüne Hölle» ist unerwünscht

Der Blick verhangen, die Aussicht verstellt; Sträucher verunmöglichen in weiten Bereichen des Amthausquais in Olten den ungehinderten Blick auf die Aare.

Urs Huber

Am lauschigen Amthausquai auf der Ruhebank seinen Blick über die vorbeiziehende Aare schweifen lassen: offenbar ein inniger Wunsch vieler Oltner. Allein: Der Blick bleibt verstellt. Sträucher und Bäume gestatten vielerorts nur schwerlich einen Blick aufs Wasser, sondern eher einen solchen in die «grüne Hölle», ins Ast- und Zweigwerk üppig gedeihender Stauden am Aarebord. Der Oltner Karl Marbet, wohnhaft am Amthausquai, möchte diesen seit Jahren anhaltenden Umstand korrigiert sehen und fühlt sich in seinem Wunsch nach mehr «Durchsicht am Amthausquai» aus vielen Gesprächen mit Nachbarn und anderen Bänklinutzern bestärkt. «Die Situation beim Amtsgericht ist an sich in Ordnung», meint er, «aber der Abschnitt nördlich der Bahnhofbrücke lässt diesbezüglich noch viele Wünschen offen.» Und mit «ganz unglücklich» beschreibt er die Situation auf Trimbacher Gemeindegebiet, an der dortigen Quai- und Industriestrasse. Bei vielen der Sitzplätze sei die Aussicht regelrecht zugewachsen. «Klar», sagt Marbet, «wenn man müde ist und sich einfach hinsetzen muss, spielt alles keine so grosse Rolle.» Wer sich aber aus Musse ein Bänkli aussuche, wolle auch die Aussicht geniessen, findet er.

Schützenhilfe aus «Olten 2020»

Am gleichen Umstand hat sich Peter Aeberhard aus Olten bereits vor zwei Jahren gestossen. An einer «Olten 2020»-Info-Veranstaltung im Ratssaal des Stadthauses habe er damals dem Leiter des Projekts, Stadtschreiber Markus Dietler, ein Dossier abgegeben. Danach habe er nie mehr etwas gehört oder gesehen zu diesem Thema. «Ich bin häufig am Amthausquai unterwegs», so Aeberhard, «und die Bänkli sind wirklich gut unterhalten. Aber es fehlt halt vielfach der Blick auf und über die Aare», meint er und fügt hinzu: «Der wäre aber mit relativ einfachen Mitteln zu erreichen, denn das Problem sind nicht etwa die Bäume.» Mit dem Zurückschneiden der wild wuchernden Sträucher könne diese Situation massiv und mit relativ wenig Aufwand verbessert werden, meint Aeberhard und spricht dabei von einem «Quickwin» im Projekt «Olten 2020».

Direkt beim Bauamt melden

Für Oltens Stadtschreiber Markus Dietler sind die Anregungen Aeberhards ins Projekt «Andaare» eingeflossen. «Im Bereich Amthausquai südlich der Bahnhofbrücke ist beabsichtigt, die Bewachsung des Bordbereichs zu reduzieren, sodass der Blick über die Aare frei wird», erklärt Dietler. Für den Bereich nördlich der Bahnhofbrücke allerdings sieht der Stadtschreiber, nicht zuletzt aus städtebaulicher Sicht, zum gegenwärtigen Zeitpunkt weniger Handlungsbedarf.

Auf dem Bauamt Trimbach hat man von dieser Problematik zwar noch nichts gehört, wie Andreas Dettwiler auf Anfrage bestätigt. Aber er nehme das Begehren gerne entgegen. Holzschläge am Wasser fallen allerdings nicht ins Hoheitsgebiet der Gemeinde, sondern in jenes des Kantons. «Aber es ist durchaus sinnvoll, wenn sich die Personen jeweils direkt beim Bauamt melden.» Denn diese hätten einen direkten Draht zum zuständigen kantonalen Amt für Umwelt, so Dettwiler.

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