Prägelz

Rückkehr in die Kindheit für einen Tag

Weitläufig und für jeden Geschmack etwas Passendes: Das Ferienheim Prägelz.

Rückkehr in die Kindheit für einen Tag

Weitläufig und für jeden Geschmack etwas Passendes: Das Ferienheim Prägelz.

Alte Erinnerungen vermischten sich mit neuen Eindrücken: Das Grenchner Ferienheim in Prägelz öffnete am Wochenende seine Türen für alle Interessierten. Kinder und Erwachsene kamen gleichermassen auf die Rechnung.

Sebastian Wendel

In vier Jahren wird das Grenchner Ferienheim in Prägelz ein grosses Jubiläum feiern. Dann jährt sich der erste Besuch einer Ferienkolonie der wunderschön gelegenen Unterkunft zum einhundertsten Mal. Bereits an diesem Wochenende gab es für Interessierte die Möglichkeit, am Tag der offenen Tür ausgiebig einen Blick hinter die Kulissen zu werfen und alte Erinnerungen aufkommen zu lassen.

Einen besseren Anlass für einen gemeinsamen Ausflug konnte es am Wochenende für die Grenchner Familien wohl kaum geben. Bei wunderbarem Frühlingswetter bot das städtische Ferienheim in Prägelz für alle Familienmitglieder ein lohnendes Ziel.

Zu siebt im selben Zimmer

Um der Grenchner Bevölkerung ein Bild vom heutigen Zustand des Hauses zu geben, öffnete die Heimleitung die Pforten für jedermann. Die Jüngsten waren angetan von den grossen Spielplätzen und tobten sich aus, während ihre Eltern und Grosseltern am Innern des Hauses und am Austausch von eigenen Erinnerungen an den Aufenthalt im Ferienheim interessiert waren.

«Viel verändert hat sich nicht. Ich kann mich gedanklich gut in meine Zeiten in Prägelz zurückversetzen», erzählt Bruno Graden. Wie Graden haben auch etliche andere Ehemalige ihre Aha-Erlebnisse und erzählen ihren Sprösslingen, wie sie den Aufenthalt in Prägelz erlebten. Die Inneneinrichtung der Zimmer erinnert einen schnell einmal an eine Kaserne. Aber die farbigen Bilder an den Wänden lassen dann doch eher Kinder als Bewohner vermuten.
Das Haus bietet Unterkunft für 50 Personen, die sich Zimmer mit bis zu sieben Betten teilen. Besonders gut Informierte oder Wissensdurstige erwartete ein Quiz mit Fragen rund um das Ferienheim. Eine Herausforderung, der man sich nach einem aufmerksamen Rundgang durchs Haus getrost stellen konnte.

Anfänge in der Sennhütte

Die erste Grenchner Ferienkolonie zog es 1905 noch auf den Grenchenberg in die Sennhütte. Doch schnell wurde klar, dass es zur Erholung einen bedeutenderen Ortswechsel braucht. Auf 820 Metern über Meer gelegen, befand der damalige Stadtamman Robert Luterbacher in den Jahren vor 1913 Prägelz für bestens geeignet zum Bau eines Grenchner Ferienheims. Am 14. Juli 1913 zog die erste Ferienkolonie, bestehend aus Kindern finanzschwacher oder Grossfamilien, von Grenchen nach Prägelz.

Jährlich noch zwei Kolonien

Heute schicken die Grenchner Schulen zwei Kolonien pro Jahr nach Prägelz, eine im Sommer und eine im Herbst. Die notwendige Selektion erfolgt nach den zeitlichen Eintreffen der Anmeldungen. Die Kinder der 3. bis 6. Klassen übernehmen im Lageralltag regelmässige Pflichten wie Tisch decken, Betten machen oder putzen. Seit zwölf Jahren führt das Ehepaar Carine und Daniel Wüthrich das Ferienheim. Sie bekochen die Kinder und sorgen daneben für viele weitere Höhepunkte. So bietet sich den Schulklassen ein ausgewogenes Sportprogramm im Ferienheim selber oder in der Region.

Die Kolonien unternehmen Ausflüge entlang des Bielersees oder in die Berge. Für eine unbeschwerte Zeit hoch über dem Bielersee ist bestens gesorgt. Nebst Grenchner Schulklassen dient das Ferienheim in Prägelz auch als Unterkunft für auswärtige Kinder sowie für Seminare und Weiterbildungsanlässe.

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