Daniela Deck

Marietta und Rolf Meier sprühen vor Ideen. Seit Daniel Bumann, Restauranttester beim Sender 3plus, das «Parktheater» im Frühling durchleuchtet hat, hat sich dort viel geändert. Ins Auge springen das Salatbuffet und der dunkelrote Streifen an der Wand. «Das Salatbuffet hat eingeschlagen wie verrückt», freut sich Marietta Meier. 35 bis 40 Sorten stehen bereit, die als Menusalat, anstelle der Gemüsebeilage oder als volle Mahlzeit auf den Teller kommen. Ungefähr 40 Portionen Salat würden täglich gegessen, ergänzt ihr Mann Rolf Meier. Besonders Frauen reagierten mit Begeisterung auf die gesunde Neuerung.

Auch der Wirtesonntag am Montag habe sich seit den Sommerferien etabliert. Dieser ist allerdings keine Erfindung von Bumann. Meiers hatten ganz am Anfang ihrer «Parktheater»-Karriere, 1995, am Montag geschlossen. Dann wuchs der Betrieb stark - dem Wirtepaar fast über den Kopf, so dass die beiden in den letzten Jahren kaum mehr Freizeit hatten.

Es gibt wieder kleine Portionen

Nur ein Vorschlag des Restauranttesters hat sich nicht bewährt: die Abschaffung der halben Portionen. «Das gab eine Palastrevolution», sagt Rolf Meier. Seine Frau spricht Klartext: «Wir haben dadurch Gäste verloren.» Gäste, die langsam zurückkommen. Denn Meiers haben die halben Menus wieder auf die Speisekarte gesetzt. «Unsere Gäste wollen das. Das ist uns schnell klar geworden», so die Chefin. Zusätzlich zum Salatbuffet soll am Freitag- und Samstagabend pro Monat ein Hauptgangbuffet ins Programm kommen. Den Beginn macht im September das Pastabuffet. Im Oktober folgen ein Wild- und im November ein Fondue Chinoisebuffet.

Katzensammlung noch heimatlos

Das rote Band an der Wand der Gaststube steht gleichsam als Banner für den neuen Stil. «Bumann hat verlangt, dass wir mit dem Sammelsurium abfahren. Er wollte die Architektur zur Geltung kommen lassen. Und er hatte Recht. Als die Bilder weg waren, haben wir gemerkt, wie viel davon Kitsch war», erzählt Marietta Meier. Die beliebtesten Stücke, ihre Katzensammlung, soll aber im Haus erhalten bleiben. Nach der «Reinigung» der Gaststube wollen sich Meiers jetzt den Gang zu den Seminarräumen vornehmen.

Nachdrehtag zur Unzeit

«Die vier Tage mit Bumann waren anstrengend, aber lehrreich», urteilt Rolf Meier im Rückblick. «Bloss beim Nachdrehtag bin ich mal schnell die Wände rauf.» Das war zwei Wochen später, statt wie erwartet nach vier bis sechs Wochen. Alles, was an schwierigen Umständen in der Gastronomie zusammentreffen kann, war vorhanden: Marietta Meier krank, Grossandrang und eine hastige Räumung der Terrasse wegen Gewitter. «Ich habe der Crew bis zum Ende des Mittagsservice in der Küche Drehverbot gegeben, und das haben sie auch verstanden.»

Marietta Meier ist besonders in Erinnerung geblieben, wie viel Kraft es braucht, Kritik entgegenzunehmen. Das Konzept der Sendung sei so, dass zuerst auf das Schlechte angeprangert wird, ehe das Gute zur Sprache kommt. «Die Kritik war aber immer höflich formuliert und aufbauend.» Lachend erinnert sie sich an die lustigste Szene: «Da wurde ich zum Wellnessen geschickt und total umgestylt.»