Ölpest: Bei BP sind 42000 Schadenersatzforderungen eingegangen

Die Ölpest wird für BP zum riesigen, schwarzen Finanzloch. Recherchen zeigen, dass sich der Ölmulti im Zusammenhang mit dem Untergang der Ölplattform am Golf von Mexiko einer regelrechten Welle von Schadenersatzforderungen konfrontiert sieht.

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Küste in Louisiana durch Ölpest verseucht

Küste in Louisiana durch Ölpest verseucht

Keystone

Bisher gingen bei BP 42000 Schadenersatzforderungen ein - davon wurden 20000 beglichen. Damit wurden 53 Millionen der Gesamtforderungen in Höhe von 84 Millionen US-Dollar ausbezahlt. Entschädigt wurden laut BP-Sprecherin Isabelle Thommen bislang «Einzelpersonen und Gewerbebetriebe in Louisiana, Mississippi, Alabama und Florida».

Ausserdem erhalten bis Ende Juni 7900 Betroffene in Louisiana eine finanziele Entschädigung in Höhe von 50 Millionen Dollar. Damit nicht genug: Bereits haben 14000 Einzelpersonen und Gewerbebetriebe in Louisiana, Mississippi, Alabama und Florida eine erste finanzielle Entschädigung erhalten.

Ziel dieser Entschädigungen sei es, den Menschen, deren Existenz bedroht ist, finanziell unter die Arme zu greifen. BP-Sprecherin Thommen ist sich aber bewusst: «BP erwartet, dass der Umfang diees Zahlenwerks erheblich steigen wird, da im Laufe des Monats wohl zunehmend mehr Schadenersatzforderungen gestellt werden».

Derweil nimmt BP für sich in Anspruch, alles zur Reinigung der Ölkatastrophe unternommen zu haben. «BP wird ihren Verpflichtungen nachkommen und hat bereits 1,43 Milliarden US-Dollar an Bruttokosten für die Bekämpfung der Ölverschmutzung, Reinigungsarbeiten und Entlastungsbohrungen bezahlt», so Thommen.

Das ist US-Präsident Barack Obama viel zu wenig. So verschickte das Weisse Haus einen Brief an BP. Darin habe die Regierung nochmals klar gemacht, dass die Ölfirma «finanziell für alle Kosten voll verantwortlich» sei.

Obama hatte in den vergangenen Tagen den Druck auf BP deutlich erhöht. Unter anderem sagte der Präsident über BP-Chef Tony Hayward, er hätte diesen längst gefeuert. Darüber hinaus setzte die US-Regierung dem britischen Konzern ein Ultimatum für neue Vorschläge im Kampf gegen die Ölpest (muv)