Von Thomas Stöckli

9000 bis 10 000 Tonnen Salz werden in einem durchschnittlichen Winter im Kanton Zürich verstreut. Diesen Winter dürften es 16 000 Tonnen werden – ähnlich viel wie im Vorjahr. Besonders heimtückisch waren diesen Winter allerdings die Glättephänomene, bedingt durch stetig schwachen Schneefall und Temperaturen, die um den Gefrierpunkt schwankten. «Das kennt man so sonst nicht», sagt Strasseninspektor Reto Färber.
«Der europaweite Salzmangel hat die Pulsschläge zusätzlich beschleunigt», so Färber weiter. Die Baudirektion sah sich deshalb vor Monatsfrist gezwungen, den reduzierten Winterdienst erstmals auf Kantonsstrassen auszuweiten. «Die Autofahrer sind mit dieser Situation sehr gut umgegangen», lobt Reto Färber.

Knonau: in letzter Minute Salz bestellt


Auch wenn die Temperaturen diese Woche in den frühlingshaften Bereich gestiegen sind, so muss man doch damit rechnen, dass der Frost nochmals kommt. «Bis April kann es noch schneien», betont Heinrich Grimmer, Werkdienst-Leiter in Knonau. Im Gegensatz zu anderen Ämtler Gemeinden hat ihn die Salz-Knappheit kaum getroffen: «Ich habe gerade noch rechtzeitig bestellt», so Grimmer. Einige Stunden oder auch nur Minuten später hätte auch er bei den Rheinsalinen kein Streusalz mehr bekommen. So kam der Knonauer in den – im Winterdienst äusserst seltenen – Genuss, für seine Arbeit Lob zu ernten.
Weniger gestreut als andere Jahre hat allerdings auch er. Und das sei gut so, betont Grimmer: «Ich hoffe, dass der reduzierte Betrieb beibehalten wird.» Immer grösser wurde die Streumenge in den vergangenen Jahren und nun hat sich gezeigt, dass auch minimale Mengen ausreichen.
Dieses Wochenende dürfte es nochmals etwas Salz brauchen, doch bereits sind Werkdienste und das kantonale Strasseninspektorat wieder mit anderen Aufgaben beschäftigt. Es gilt, die Löcher im Strassenbelag zu flicken, dem die Temperaturschwankungen um den Gefrierpunkt besonders zugesetzt haben.
In einigen Ämtler Gemeinden wurde der Salzmangel mit Rollsplitt kompensiert, den es nun ebenso zu beseitigen gilt, wie den alltäglichen Müll, der sich unter der Schneedecke versteckt und angesammelt hat.