Strasse
Mit Abstand und angepasstem Tempo durch den Winter

Meldungen von Unfällen häuften sich die letzten Tage, auch im Freiamt kamen Autos von der Strasse ab. Diese Woche wird es kalt bleiben. Mit den nötigen Vorsichtsmassnahmen ist es bei widrigen Verhältnissen möglich, sicher unterwegs zu sein. In einem Fahrtraining im Fahrhof in Wohlen lässt sich das lernen.

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Winter-Fahrtraining

Winter-Fahrtraining

Aargauer Zeitung

Andrea Marthaler

Unfälle wegen Schnee und vereister Strasse müssten nicht sein. Würden die Autofahrer ihr Fahrverhalten den Strassenverhältnissen anpassen, könnten viele Unfälle vermieden werden. Davon ist Rolf Pfeiffer vom Fahrhof in Wohlen überzeugt: «Ich bin seit 23 Jahren Fahrlehrer. Früher war es normal, dass es im Winter Schnee gibt.» Heute seien viele Autofahrer vom Schnee überrascht, teilweise werde sogar noch mit Sommerpneus gefahren.

Sicher Fahren im Winter

Abstand: Bei Schnee/Eis braucht es den doppelten bis dreifachen Abstand.
Geschwindigkeit: Anpassen, insbesondere bei Minusgraden. Auf Brücken, nach Tunnels oder Waldstrecken ist die Strasse häufig schlechter als zuvor.
Niedertourig fahren: So greifen die Räder bei Schnee besser, Anfahren eventuell im zweiten Gang.
Wenns rutscht: Voll auf die Bremse treten. Bei modernen Autos schaltet sich das Antiblockiersystem ein, das Auto bleibt lenkbar. Bei älteren Modellen evtl. Bremse zwischendurch leicht lösen, bis Räder wieder greifen. Auf keinen Fall mit Handbremse blockieren, sonst dreht sich das Fahrzeug. Die Motorbremse beim Herunterschalten kann ebenfalls dazu führen, dass das Auto ausbricht.
Überholen und Spurwechsel meiden: Die Schneewehe zwischen den Spuren kann das Auto ablenken. Falls doch nötig, möglichst fein und ohne abzubremsen rüberziehen. (ama)

Test, wie gut die Räder greifen

Bei Kälte und Schnee können viele Autofahrer die Strassenverhältnisse schlecht einschätzen. Das muss nicht sein. «Treten Sie auf einer geraden Strasse gefühlvoll auf die Bremse, erhalten Sie eine Rückmeldung, wie gut das Rad auf der Strasse greift», empfiehlt Pfeiffer. So merkt der Automobilist, ob es eisig ist, bevor er an einer Kreuzung zum Stillstand kommen muss und womöglich über einen Stopp schlittert.

Schneebedeckte Strassen sind in der Regel recht griffig. Schwieriger wird es, wenn der Schnee schmilzt oder die Strasse gesalzen wurde. Auf der mehligen bis matschigen Fahrbahn kommt das Auto leichter ins Rutschen. Besonders heikel ist natürlich Eisbildung auf der Strasse. «Nach Möglichkeiten sollte das Auto dann stehen gelassen werden», rät Pfeiffer.

Fahrkurse geben mehr Sicherheit

Wer die Eigenschaften seines Autos bei Schnee und Eis kennt, kann besser auf schwierige Verhältnisse reagieren. Der Fahrhof Wohlen bietet deshalb spezielle Winterfahrtrainings an, bei denen unter anderem die Vollbremsung, Slalomfahren und das Ausweichen während des Bremsens auf schneebedeckter Strasse geübt wird. Pfeiffer versteht nicht, weshalb solche Kurse nicht obligatorisch sind. «Wer sich nicht permanent schult, verbessert sein Fahrkönnen nicht.» Wüssten die Autofahrer besser, wie sie auf die besonderen Strassenverhältnisse reagieren müssen, gäbe es im Winter deutlich weniger Unfälle.

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