«Köbeli esch en Luuscheib»

Peter Willimann vom «Café City» Reinach hält Papageien und Kakadus. Einige Vogelschönheiten sind auch an der Exotis zu sehen.

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Aargauer Zeitung

Barbara Vogt

Am wochenende exotis

Nebst Peter Willimann stellen um die
30 weitere Vogelliebhaber an der Exotis aus: Papageien, Amazonen, Sittiche, Prachtfinken. Der Verein Exotis Sektion Wynental organisiert die Ausstellung zum 55. Mal, heuer im Gemeindesaal Menziken. Geöffnet am Freitag, 23. Oktober, 19 bis 22 Uhr; Samstag, 24. Oktober, 10 bis 22 Uhr; Sonntag, 25. Oktober, 9 bis 17 Uhr.

Vor Aufregung steht Köbeli kopf. Der Orangenhaubenkakadu pfeift, lärmt, turnt den Käfig rauf und runter, beisst der Besucherin kurzerhand das Ende ihres Bleistiftes ab. «Das esch en Luuscheib», sagt Peter Willimann und lacht. «Er macht gerne den Clown.» Manchmal nehme er den Vogel ins Restaurant, wo er auf dem Champagnerkübel sitze und die Korken der Flaschen bearbeite.

Doch ist Köbeli auch einsam. Mit seinem Schnabel hackt er in den Baumstamm. «Er het keis Wibli», meint Willimann. Seine letzte Partnerin habe er beim Paaren getötet. Das sei nicht brutal, sondern Teil der Natur.

Eifersüchtig auf Besitzer

Köbeli lebt mit vielen anderen exotischen Vögeln in der Voliere City-Park in Reinach: mit Felsen- und Sonnensittiche, Aras, Kakadus. Mit weissen, schillernd grünen, gelben, knallroten Schönheiten. Die langen Federn des Araraunas glänzen tiefblau, sein weisses Gesicht ist mit feinen Streifen durchzogen. Frech, wie es die Italiener zu tun pflegen, pfeift einem der giftiggrüne Gelbnackenamazone hinterher. «Ciao zäme», tönts von einem Ecken, von einem anderen redet ein Papagei spanische Brocken. Auch Peter Willimann weiss, wovon er spricht: «Der Grünflügelara ist der VW, der Spix der Porsche unter den Aras.

Auf einmal geben die Vögel ein Kreischkonzert und schlagen mit den Flügeln. «Sie sind eifersüchtig, wenn ich mit jemandem rede.» Peter Willimann steckt ihnen deshalb Nüsse zu, die sie mit ihren Schnäbeln geschickt aufpicken. «Das Wesen und die Schönheit der Vögel faszinieren mich immer wieder», erzählt er. Seit seiner Kindheit befasst er sich mit diesen exotischen Schönheiten, damals besuchte er die Papageien des Elektrikers und züchtete Eulen.

Mit 22 Jahren besass er seine erste Voliere, und als er die ersten Soldatenara der Schweiz züchtete, kam er im «Blick». Den Zeitungsartikel findet man, zusammen mit Auszeichnungen und Erinnerungsstücken, in einem gemütlichen Raum, mit Blick auf die Volieren. «Ich habe ein Kleinod, in dem ich Artenschutz betreibe», sagt Willimann stolz. Das findet auch Köbeli, der inzwischen die Welt ganz friedlich betrachtet.

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