Edgar Zimmermann

Obwohl der erste Saldome, eine imposante kuppelartige Lagerhalle, erst 2005 in Betrieb genommen worden ist, genügt die Lagerkapazität bereits nicht mehr. 190000 Tonnen Auftausalz wurden diesen Winter verkauft, ohne dass man die schweizweite Nachfrage hätte decken können. Vielerorts musste der Salzeinsatz auf ein Minimum reduziert werden. Da bereits im Winter zuvor ein Engpass entstand, möchten die Schweizer Rheinsalinen einen zweiten Saldome erbauen. Um die bestehende Infrastruktur zu nutzen, hatte der Verwaltungsrat zunächst einen Standort neben der bestehenden Halle in Riburg ins Auge gefasst. Dann entschied er sich jedoch für das Areal der Reichhold Chemie AG in Lupfig und Hausen, deren Gebäude demnächst abgebrochen werden.

Aufgrund der Lage direkt beim Autobahnkreuz A1/A3 liessen sich Transportkosten einsparen. Die Anlieferung würde über den bestehenden Bahnanschluss erfolgen. Die jetzige Inhaberin des Areals hat ihr Interesse an einem Verkauf signalisiert. In diesen Tagen wird den Gemeinderäten von Lupfig und Hausen ein Vorprojekt präsentiert. Ein Vorentscheid wird bald erwartet.

«Dom» mit Doppelkuppel

Beim Projekt handelt es sich architektonisch um denselben Saldome wie in Riburg, aber noch etwas grösser: 103 Meter Durchmesser, 41 Meter hoch. Lagerkapazität: 90000 Tonnen Salz. Damit würde der grösste Holzkuppelbau der Schweiz entstehen, der zum Wahrzeichen des Birrfeldes würde. Die Schweizer Rheinsalinen gehören den Schweizer Kantonen (Ausnahme: das Wallis). Die Bezeichnung Saldome nimmt Bezug auf das Salz wie auch auf den domartigen Kuppelbau.

Die Verantwortlichen der Rheinsalinen möchten gleichzeitig einen lang gehegten Wunsch erfüllen und Schweizer Salzmuseum eröffnen, das die weltweite wie nationale Geschichte der Salzgewinnung, des Handels sowie der Bedeutung des «Weissen Goldes» beleuchtet. Mit den Ausstellungsbereichen «Die Römer und das Salz» sowie «Die Berner Herrschaft und das Salzhaus Brugg» fehlt auch der regionale Bezug nicht.

Das Salzmuseum wird direkt neben dem Saldome in einem kleineren Kuppelbau auf zwei Geschossen eingerichtet, und zwar mit einem öffentlich zugänglichen Solebad als Erlebnisbereich. Salinen-Direktor Alfred Herrmann zeigte sich gegenüber der AZ überzeugt: «Das Salzmuseum wird ein Publikumsmagnet. Falls die Nachfrage nach Solebäder gross wäre, hätten wir genügend Platz, einen dritten Kuppelbau aufzustellen, der statt Saldome möglicherweise Soledome genannt würde.» Sympathisches Detail am Rande: Auf beiden Kuppeln wird eine kleine Holzplattform Brutplatz für je ein Storchennest bieten.