Austauschjahr

Halbzeit im Austauschjahr - Wie schnell die Zeit doch vergeht!

Austausschüler aus aller Welt treffen sich zum Erfahrungsaustausch.

Austauschschüler

Austausschüler aus aller Welt treffen sich zum Erfahrungsaustausch.

Früher habe ich immer gedacht, so ein Austauschjahr sei eine sehr lange Zeit. Hätte jemand das Gegenteil behauptet, ich hätte ihm nicht geglaubt. Doch nach nur fünf Monaten Aufenthalt kam ich diese Woche schon in der Hälfte meines Abenteuers an und traf mich deshalb dieses Wochenende mit allen AFS- Schülern um unsere bisherigen Erfahrungen auszutauschen.

Tanja Enseroth

Gemeinsam fuhren wir aufs Land in der Nähe von Santo Domingo. Das Gelände glich mit viel Palmen und kleinen Häuschen ein bisschen einer Ferienanlage und besass neben zwei Pools auch einen Fluss mit zu vielen Mücken. Neben einigen Gruppenspielen wurde viel erzählt, gelacht und geweint. Im Gegensatz zu unserer ersten Zusammenkunft wo es noch einige Sprachprobleme gab, konnten wir uns jetzt alle mehr oder weniger in Spanisch unterhalten. Ich habe die Gespräche sehr genossen und bin nach wie vor fasziniert wie über achtzig Jugendliche, welche in ihren Ländern die verschiedensten Leben führen, für ein Jahr dieselben Erfahrungen machen.

Auch habe ich seit diesem Wochenende jetzt die Erlaubnis, selber zu reisen, während dies vorher nur mit meiner Familie oder der Organisation möglich war. So kam ich Sonntagabends mit jeder Menge neuen Regeln, Reiseplänen und noch mehr Mückenstichen nach Hause, wo mich meine Familie herzlich in Empfang nahm.

Im Gegensatz zu meiner alten Gastfamilie ist diese hier sehr dominikanisch. So essen wir zum Beispiel schon zum Frühstück die obligatorischen Platanos und frittierte Salami.

Ich habe hier eine kleine Schwester von elf Jahren, die es liebt, mich zu frisieren, zu schminken oder mich mit tausenden von Ratschlägen zu überhäufen, so das ich mich immer ein wenig dumm fühle. ;-)

Die andere Schwester, Maryoli, ist mit mir in einer Klasse und ist glücklich, endlich mal jemanden nerven zu können ohne gleich die böse grosse Schwester zu sein und nutzt dies natürlich in vollen Zügen aus. Mit meiner Mutter und ihr rede ich total viel, vor allem über Männer, da Maryoli seit einigen Wochen einen Freund hat.

Auch das läuft hier nicht ganz so ab wie in einem europäischen Land. Während man in der Schweiz eine Beziehung einfach mal so beginnt, ist das hier nur möglich, wenn der Mann beim Vater um die Hand der Frau anhält. Was für eine Aufruhr, als ihr Freund vor zwei Wochen dann endlich hier auftauchte! Da ich aber nicht die leibliche Tochter bin, blieb mir das bis jetzt zum Glück aber erspart. Es reicht schon, dass mich mein Vater mich mit jedem Typen aufzieht, dessen Name ich nur einmal erwähne.

Wie man sieht, verstehe ich mich total gut mit meiner neuen Familie und geniesse jeden Tag der mir hier noch bleibt, denn wie ich jetzt weiss geht die Zeit doch schneller vorbei als man denkt.

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