Der niederländische Ministerpräsident Mark Rutte sagte bei einer Zeremonie am nationalen Denkmal für das Unglück nahe dem Amsterdamer Flughafen Schiphol, die "Trauer wird heute in der ganzen Welt empfunden". "Gerechtigkeit für die Toten bleibt unser gemeinsames Ziel", fügte er hinzu.

Die Passagiermaschine der Fluggesellschaft Malaysia Airlines war am 17. Juli 2014 auf dem Weg von Amsterdam nach Kuala Lumpur. Rund drei Stunden nach dem Abflug wurde sie über der Ukraine abgeschossen, alle 298 Insassen starben. Ein Grossteil der Opfer waren Niederländer und Australier.

In Kuala Lumpur gab es eine Schweigeminute in der australischen Botschaft, an der auch malaysische Opferangehörige teilnahmen. Australiens Regierungschef Scott Morrison erklärte, seine Regierung sei nach wie vor entschlossen, die Verantwortlichen "für diesen entsetzlichen Vorfall zur Rechenschaft zu ziehen". "Australien hat diesen fürchterlichen Tag nicht vergessen", schrieb er im Kurzbotschaftendienst Twitter.

"Russland muss Verantwortung übernehmen"

Die EU hat Russland aufgefordert, die Verantwortung für die Tragödie zu übernehmen. Die EU habe volles Vertrauen in die Arbeit der Untersuchungskommission in den Niederlanden, hiess es in einer am Mittwoch von der EU-Vertretung in Moskau veröffentlichten Mitteilung.

Russland weist bis heute jede Verantwortung für den Abschuss zurück. Im Juni hatte die Untersuchungskommission in den Niederlanden die Namen von vier Verdächtigen genannt, die für den Abschuss verantwortlich sein sollen.

Den Ermittlungen zufolge wurde das Flugzeug auf dem Weg von Amsterdam nach Kuala Lumpur von Separatisten im Kriegsgebiet Donbass im Osten der Ukraine abgeschossen. Sie sollen mit einem russischen Luftabwehrsystem Buk eine Rakete auf die Maschine abgefeuert haben.

Damit erhielt der blutige Konflikt zwischen ukrainischen Regierungstruppen und den aus Russland unterstützten Separatisten erstmals eine internationale Dimension. Bei dem Konflikt starben nach Uno-Schätzungen bisher rund 13'000 Menschen.

Die Europäische Union sicherte ihre Unterstützung zu, für die Opfer und ihre Hinterbliebenen Gerechtigkeit herzustellen. Zugleich forderte sie Russland dazu auf, mit den Ermittlern zusammenzuarbeiten. In den Niederlanden soll im März 2020 der Prozess gegen die vier Verdächtigen beginnen. Allerdings will Russland die Männer nicht ausliefern.