«Es reicht!» – Anzeige erstattet

Eine zerstörte Feuerstelle, Lärm zu Unzeiten und viel Abfall: Die Verantwortlichen des Verkehrs- und Verschönerungsvereins Oberbuchsiten haben Anzeige gegen Unbekannt erstattet.

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Solothurner Zeitung

Myriam Sperisen

«Jetzt reicht es uns, darum haben wir Anzeige erstattet», sagt Ernst Tschumi, seit 40 Jahren Präsident des Verkehrs- und Verschönerungsvereins Oberbuchsiten (VVVOB). Grund für den Ärger sind wiederholte Vandalenakte im Naherholungsgebiet. Beim Steinbruchareal wurde auf einen hölzernen Brunnentrog massiv eingehackt. Jean Meier, Kassier beim VVVOB, glaubt, dass dazu ein Beil benutzt worden ist. Vor zwei Jahren war der Brunnen vom Förster hergestellt worden, weil das alte Exemplar nach 10 Jahren aufgrund Fäulnis ausgedient hatte. Doch nun wird der neue Brunnen schon nach zwei Jahren faulen.

Für Freiwillige gibt es viel zu tun

Der Verkehrs- und Verschönerungsverein Oberbuchsiten (VVVOB) wurde 1945 gegründet und macht es sich zur Aufgabe, das Dorfbild zu gestalten sowie die Umgebung zu verschönern. Momentan zählt der Verein 260 Mitglieder, deren 11 bilden den Vorstand. Arbeiten, die es zu erledigen gilt, werden mehrheitlich vom Vorstand und 15 aktiven Helferinnen und Helfern in insgesamt rund 200 Arbeitsstunden durchgeführt. Zu den Hauptaufgaben gehört es, im Naherholungsgebiet auf Gemeindegebiet Spiel- und Grillplätze zu errichten und zu pflegen, dazu gehören auch 40 Ruhebänke. Im Weiteren werden Hecken gepflanzt und geschnitten sowie Blumenschmuck am Dorfbrunnen und an den Dorfeingängen angebracht. Jeden Frühling steht der Aktionstag «Sauberes Oberbuchsiten» auf dem Programm. Einwohnerinnen und Einwohner, Vereine, und früher auch die Schulen, helfen mit, das Dorf zu säubern. Ein Anlass, der zur Sensibilisierung beitragen soll, ist die Herbst-Familienwanderung. Dabei spricht der Förster über den Wald und klärt über das richtige Verhalten auf. Dieses Jahr fand die Wanderung zum zweiten Mal statt, rund 50 Personen nahmen daran teil. (mgt)

«Eis zum Gring»

Will jemand eine der drei Feuerstellen nutzen, so kann man sich beim Verein melden und sie reservieren. Das wäre die gängige Praxis. Mitunter klappe das sehr gut, aber von denen, die sich etwas zuschulden kommen lassen, höre man natürlich nichts. Gut hören hingegen können Anwohner des Steinbruchareals, wenn dort Gruppen am Lärmen sind. Man fühle sich gestört, aber es getraut sich niemand, die Polizei zu rufen», glaubt Meier. Vielleicht weil man einen Racheakt befürchte. Das Areal kann weder eingezäumt werden noch werden private Patrouillen postiert, zu hoch wäre der Aufwand. Falls Meier oder Tschumi die Täter erwischten, so würden sie denen am liebsten sofort «eis zum Gring haue».

Abfall, immer wieder Abfall

Doch eigentlich hätten sie viel lieber, diese Täter würden beim Aufbau der Feuerstelle mithelfen, «damit auch sie mal sehen, was dahintersteckt», erklärt Meier. So ein Fall habe es auch schon gegeben. Die Zerstörung des Brunnens tat den Verantwortlichen weh: «Es ist für die Beteiligten nicht motivierend, wenn sie das Resultat vieler Stunden Arbeit zerstört vorfinden. Das Zerstören dauert bekanntlich nur wenige Minuten», so Tschumi. Der kaputte Brunnen ist nicht das einzige Übel. Es werden Bäume massiv beschädigt, Bänke «verhobelt» und eines der gravierendsten Probleme: Abfall liegen lassen, auch bekannt unter dem anglizistischen Begriff «littering».

Zwar hat der VVVOB zwei auf das Müllproblem sensibilisierende Events in seiner Jahresplanung (siehe Text unten), doch da kommen eh nur solche Leute, die auch so schon Sorge tragen. Den Abfall liegen lassen und dann auch noch erwarten, dass dieser weggeräumt wird, sei eine dumme Haltung, so Meier. Er stellt auch immer wieder fest, dass Schulkinder Abfall wegschmeissen. Er berichtet von kleinen Tetra-Beuteln, die jeden Tag in der gleichen Ecke liegen. Ausser in den Schulferien. Daher vermutet Meier, dass es sich um Kinder handelt, die jeden Tag etwas kaufen und die Verpackung auf den Boden werfen, statt in den Abfallkübel.

Jetzt kommt die Polizei

Eine Frage, die sich aufdrängt: Warum postiert der VVVOB keine Abfalleimer bei den Feuerstellen? Tschumi und Meier kennen dieses Argument, alles schon dagewesen, sagen sie: «Dann entsorgen gewisse Leute ihren Hausmüll in diesen Behältern und bald darauf wird gefragt, ob diese Kübel eigentlich nie geleert werden.»

Tschumi sagt zwar, es habe schon früher solche Fälle gegeben. Doch hätten sich inzwischen die Ess- und somit auch Abfall-Gewohnheiten verändert. Darum haben die Verantwortlichen des Oberbuchsiter Vereins auch etwas verändert: «Jetzt müssen sich die Leute bewusst sein, dass die Polizei kommt. Diese haben uns versprochen, dass sie während ihrer Patrouillen auch beim Steinbruch-Areal vorbeischauen.» Und die Vereinsverantwortlichen hoffen auf Hinweise aus der Bevölkerung.

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