Lyss
«Eine Investition mit Weitblick»

Bis sich die Maschine durch den Fels bohren kann, dauerts noch einige Monate. Mit den Vorbereitungsarbeiten für den Lyss-bachstollen wurde hingegen schon vor Wochen begonnen. Im November 2011 soll er in Betrieb genommen werden.

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Hochwasser

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Solothurner Zeitung

Jürg Amsler

Viel Neues könne sie heute wirklich nicht verkünden, sagt Regierungsrätin Barbara Egger gestern vor Gästen und Medien. Dennoch hatte die kantonale Baudirektorin zum Baubeginn für den Lyssbachstollen auf den Installationsplatz Fulenmatt eingeladen. Hier wird das Auslaufbauwerk für den 2,57 Kilometer langen Stollen entstehen. «Den Lysser Hochwasserschutz sehe ich als Generationenaufgabe zum Wohle zukünftiger Generationen. Die 52,3 Mio. Franken für den Lyssbachstollen sind viel Geld, aber eine Inves-tition mit Weitblick.»

Egger ist überzeugt, dass der Stollen nach Abschluss der Bauarbeiten - wenn alles planmässig abläuft, wird er im November 2011 in Betrieb genommen - sofort und direkt wirkt: «Es werden keine Wassermengen mehr in Lysser Häusern, Kellern, auf Strassen, Plätzen und Unterführungen ‹zwischengelagert› und können keine Schäden mehr anrichten.» Die Baudirektorin weiss auch um die «Nebenwirkungen» des Stollens: «Die spielen sich entlang der Alten Aare ab.» Künftige Hochwasser würden - einmal in den Stollen eingeleitet - Lyss «umfahren» und nur noch kurz durch den Lyssbach fliessen, um sogleich in die Alte Aare zu gelangen. Zur Lösung der hier anstehenden Probleme sei der Wasserbauverband Alte Aare engagiert am Werk.

Nach Lyss kommt nicht die Sintflut

«Wir sind froh, dass wir bei der Planung der zu treffenden Massnahmen auf die Unterstützung der Fachleute zählen können. Es ist nicht so, dass mit dem Lyssbachstollen einzig der Hochwasserschutz in Lyss gelöst wird.» Hermann Käser, Gemeindepräsident von Büren und Präsident des Wasserbauverbandes Alte Aare, ist sich bewusst, dass dies für die «Unterlieger» von Lyss - besonders für die Gemeinden Studen und Dotzigen - noch nicht der Fall ist. Käser: «Es ist nicht so, dass nach dem Lyssbachstollen künftig einfach die Sintflut kommt.

Wir sind zusammen mit den kantonalen Fachstellen an der Arbeit und werden wohl im Herbst erste Massnahmen vorlegen können. Es ist jetzt schon klar, dass wir bis 2012 nicht bereit sind, alles Wasser abzunehmen und durch die Alte Aare in den Nidau-Büren-Kanal zu leiten.» Mit der Revitalisierung des Auenwaldes zwischen Lyss und Meienried sollen die nötigen Voraussetzungen dafür geschaffen werden, erklärt Jörg Bucher, zuständiger Projektleiter des kantonalen Tiefbauamtes.

Andreas Götz, Vizedirektor des Bundesamtes für Umwelt, kann gestern doch noch etwas Neues verkünden: «Das Stollenprojekt für den Lyss-bach entspricht genau den Anforderungen des Bundes. Sicherheit vor Hochwasser, Umweltschutz und Finanzen halten sich die Balance. Darum beteiligt sich der Bund mit dem möglichen Maximalbeitrag von 43,1 Prozent oder rund 22,5 Mio. Franken.»
Weitere Infos unter www.lyssbach.ch

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