Ein spätes Glück, noch ist es da

Die Solothurner Skigebiete profitieren von guten Schneeverhältnissen.

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Skischule Balmberg

Skischule Balmberg

Solothurner Zeitung

Es dauerte, bis sich am Jura der Schnee festkrallte. Und obschon der Rahmen nun perfekt ist, kommt den Pistenbetreibern immer wieder das Wetter in die Quere.

Julian Perrenoud

Allem Hochnebel zum Trotz: Wer vergangenes Wochenende am Balmberger Bügellift stand, fand auf der Piste zwischen den Tannen perfekten Pulverschnee vor. Am Dienstag, als sich sogar noch die Sonne der Ski- und Boarderfreunde erbarmte, stand einem märchenhaften Wintertag nichts mehr im Wege.

Das war in den letzten Wochen und Monaten nicht immer der Fall: Das Skigebiet Balmberg nahm seinen Betrieb erst Ende Januar auf – vergangene Saison wars bereits Anfang Dezember. In besagtem kalten Winter zogen die Lifte die Schneesportler bis in den Frühling den Hang hoch. Belegt waren heuer noch nie alle der 850 Parkplätze, wie Betriebsleiter Bele Schmid sagt. Schwierig sei es, wenn sich der Hochnebel einnistet. « Heutzutage schauen alle erst auf unserer Webcam nach, wie das Wetter im Skigebiet ist.»

Kommt Regen, ist es Schnee?

Trotzdem ist die Saison laut Schmid gut angelaufen, die Leute scheinen sich zu sagen: Weshalb weit fahren, wenn der Spass so nah liegt? Gerade in den Sportferien besuchen viele Mütter mit ihren Kindern den Balmberg. Beliebt seien auch Airboarden oder die Halbtageskarte, morgens wie nachmittags. Das Team um Schmid spürte am Dienstag aber, dass der Fasnachtsumzug in Solothurn viel Publikum anlockte. Gestern war die Piste dafür wieder sehr gut besucht.

Das Team besteht aus 12 bis 15 Personen, alle arbeiten auf Abruf. So lässt sich an schönen Tagen kurzfristig zusätzliches Personal aufbieten. Ob die kommenden Tage viel Volk versprechen, kann Schmid nicht sagen. Am Freitag ist Regen bis auf 1000 Meter angesagt. Flexibel müssen da der Betriebsleiter und sein Team sein, er lacht und sagt: «Wir nehmen das Wetter, wie es halt kommt.»

Gute Piste ist nur die halbe Miete

Erst seit 15 Tagen laufen in Langenbruck die Skilifte. Der Winter klopfte spät an die Türe, das sei schlecht fürs Geschäft, sagt Mitinhaber Peter Hammer. Am grössten sei die Nachfrage vor den Ferien, also um Weihnachten und im Januar. «Damit unsere Rechnung aufgeht, brauchen wir mindestens 25 Betriebstage.» Hammer weiss, dass während der Fasnacht weniger Gäste aus dem Solothurnischen kommen, dafür sei der Anteil derjenigen aus dem Aargau und Baselland erfreulich. Gelobt hätten die Gäste den Schnee auf den Pisten, aber Hammer weiss, dass dieser nur die halbe Miete ist: «Heute suchen sich die Leute ihren Skitag aus.» Ist der Schnee gut, das Wetter schlecht, bleiben sie dem Hang fern. Sowieso verzeichnete Langenbruck nie mehr die Frequenzen wie vor 20 Jahren. Hammer hofft aber auf weiterhin gute Pisten und ein kälteres Wochenende. Freude bereitet ihm auch das Nachtskifahren, das unter der Woche vor allem ambitionierte Sportler vom Fernsehsessel in die Natur lockt. Etwa 60 von ihnen flitzten am Dienstagabend die beleuchtete Piste runter.

Lauter Anfänger auf dem Grenchenberg

Griffiger, von der Konsistenz her guter Schnee liegt auch auf dem Grenchenberg. Obschon die Temperaturen gestern über den Gefrierpunkt kletterten. Noch Ende Januar konnten die Betreiber die Anlagen wegen Schneemangels nur knapp laufen lassen. Die Besucherzahlen sinken diese Woche bereits wieder, da in Grenchen die Sportferien vorüber sind. Laut Betriebsleiter Tobias Freudiger erschienen gegenüber letztem Jahr etwa doppelt so viele Leute. Neben Familien kamen auch viele Junge, die erstmals auf Skis standen. Sie konnten unter der Woche eine Skischule besuchen.

Obschon die Zahlen der Skigäste stark schwanken, spüren das die Betreiber in den Umsatzzahlen weniger: Die Anlagen haben nämlich nur am Mittwoch, Samstag und Sonntag geöffnet, dann fahren auch Busse auf den Berg. «Zudem fordern unsere Angestellten, vor allem Junge, weniger hohe Löhne.» Das Team arbeitet auf Stundenlohnbasis. Laufen keine Bahnen, geht kaum Geld verloren. Die Fixkosten bleiben somit immer etwa gleich hoch. Freudiger: «Trotzdem wäre etwas mehr Sonne schön.»

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