Langenthal

Ein Ortsbus lässt den Bahnhof links liegen

Halt Verschwindet: In einem halben Jahr macht der 14er einen Bogen um den Bahnhof und fährt nicht mehr ins «Dreilinden». (Bidl: Archiv)

Bus

Halt Verschwindet: In einem halben Jahr macht der 14er einen Bogen um den Bahnhof und fährt nicht mehr ins «Dreilinden». (Bidl: Archiv)

Der nächste Fahrplanwechsel hat Auswirkungen auf die Langenthaler Ortsbusse: Die Linie 14 wird komplett neu gelegt und macht einen Bogen um den Bahnhof und die Linie 13 verkehrt im Viertelstundentakt. Zudem sollen zwei Ampeln auf der Aarwangenstrasse dem Bus das Durchkommen erleichtern.

Olivier Andres

Seit kurzem steht fest: Der nächste Fahrplanwechsel bringt wesentliche Veränderung im Langenthaler Busnetz mit sich. So wird etwa die Linie 14, die heute das Hard-Quartier mit dem Bahnhof, dem Stadtzentrum und dem Dennli verbindet, ab dem 13. Dezember in dieser Form nicht mehr existieren. Der Planungsstand gehe derzeit von einer veränderten Linienführung aus, sagt Kurt Rüttimann, Leiter Betrieb Bus bei der Aare Seeland mobil AG. Der 14er wird dabei in Zukunft bei der Eishalle in Schoren starten und über die Wiesenstrasse direkt ins Stadtzentrum fahren. Von dort aus führt die Linie zum Bahnhof Süd und wird neu bis nach Lotzwil Nord (Tankstelle) verlängert, wo ein Wendeplatz entsteht.

Die Haltestellen im Hard-Quartier werden somit nicht mehr durch die Linie 14 bedient, sondern in Zukunft nur noch durch die Regionallinie 1, Langenthal - Bützberg - Herzogenbuchsee abgedeckt. Da diese neu durchgehend im Halbstundentakt verkehren werde, bleibe das entsprechende Angebot bestehen, sagt Rüttimann.

Die zweite einschneidende Änderung auf der Linie 14 betrifft den Bahnhof. Dieser wird neu nicht mehr angefahren; Passagiere, die eine Fernverkehrsverbindung benützen wollen, müssen an der Haltestelle Wiesenstrasse (bei der Migros) aus- oder umsteigen. «Der Fussweg bis zum Bahnhof beträgt 520 Meter», sagt Rüttimann und betont, dass viele Benutzer des 14ers in die Stadt und gar nicht an den Bahnhof fahren wollten. Ihnen kommt die neue Lösung entgegen. Wer von der Wiesenstrasse nicht zu Fuss zum Bahnhof gelangen will, kann zudem in einen Bus der Linie 13 umsteigen. «Ein reibungsloses Umsteigen ist möglich», sagt Rüttimann, die Wartezeiten seien kurz und betrügen bloss ein paar wenige Minuten. Der Grund: Die Linie 13 verkehrt auf der bisherigen Strecke neu im Viertelstundentakt.

Anschlussbedingungen verbessert

Eine solche Frequenzsteigerung entspricht seit längerem einem Bedürfnis in Langenthal. Am 30. Juni 2008 überwies der Stadtrat bei einer Enthaltung ein entsprechendes Postulat von Beatrice Lüthi (FDP). «Der Vorstoss rennt offene Türen ein», sagte damals Stadtpräsident Thomas Rufener (SVP) und folgte weitgehend der Argumentation der Postulantin, wonach die Anschlussbedingungen beim Bahnhof mit einem Viertelstundentakt wesentlich verbessert werden könne. Daher sei das Anliegen von der Regionalen Verkehrskonferenz (RVK), die für die Belange des öffentlichen Verkehrs zuständig sei, aufgenommen worden. Von der RVK vorgeschlagen, wurde der Viertelstundentakt inzwischen vom Grossen Rat beschlossen. Geplant ist, dass dieser zwischen 6 bis 20 Uhr durchgehend eingeführt wird. Eine Projektgruppe der Stadt begleitet die Umsetzung dieser Neuerung.

Die Ausweitung des Angebots im städtischen Busnetz verursacht Mehrkosten. Wie hoch diese ausfallen werden, ist jedoch nicht bekannt. Zahlen könne er keine herausgeben, sagt Christian Aebi vom Amt für öffentlichen Verkehr des Kantons Bern. Denn einerseits hingen diese stark von der Betriebsdauer der

Linie ab. Andererseits können Linien des öffentlichen Verkehrs ausgeschrieben werden, weshalb keine Hinweise auf die Kostenstruktur der Anbieter bekannt gemacht werden dürften.

Kostenanteil von Langenthal steigt

Bekannt ist hingegen, wie diese Mehrkosten finanziert werden. Während Bund und Kanton die Kosten beim Regionalverkehr etwa je zur Hälfte übernehmen, leistet der Bund beim Ortsverkehr keinen Beitrag. Die Kosten des Ortsbusnetzes werden daher gemäss Aebi zu zwei Dritteln vom Kanton übernommen. Ein Drittel des Ortsverkehrs wird durch die Gesamtheit aller Gemeinden finanziert. Welchen Anteil eine bestimmte Gemeinde zu tragen hat, wird nach einem Schlüssel, der verschiedene Faktoren berücksichtigt, bestimmt. Nehmen die Verbindungen in einer Gemeinde zu, steige auch deren Kostenanteil, so Aebi. Deshalb wird die Stadt Langenthal in Zukunft mehr für das verbesserte Stadtbusangebot bezahlen müssen.

Nachdem der Grosse Rat das von der RVK vorgeschlagene Angebot beschlossen habe, seien verschiedene Player nun mit den Vorbereitungen für den Fahrplanwechsel beschäftigt, sagt Aebi. So würden etwa neue Wendeplätze erstellt und an der Aarwangenstrasse sollen zwei Lichtsignalanlagen für die Busbevorzugung installiert werden (siehe Kontext). Bis zur Umstellung auf den neuen Fahrplan am 13. Dezember müssten diese Arbeiten abgeschlossen oder zumindest soweit fortgeschritten sein dass ein zuverlässiger Betrieb aufgenommen werden kann.

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