Ein Fleck in Costanzos Reinheft

Der FC Basel hat reagiert und Franco Costanzo für seinen Angriff gebüsst. Ausstehend ist das Urteil der Disziplinarkommission der Swiss Football League.

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Der Ausraster von Franco Costanzo gegen Beg Ferati

Der Ausraster von Franco Costanzo gegen Beg Ferati

Keystone

Fabian Kern

«So etwas habe ich noch nie erlebt», hatte Massimo Busacca nach den schockierenden Szenen im Basler St.-Jakob-Park am Sonntag zu Protokoll gegeben. Der erfahrene Schiedsrichter hatte wohl auch deshalb die Rangelei zwischen den beiden Baslern Franco Costanzo und Beg Ferati nicht gesehen. Er hatte schlicht und einfach nicht mit so etwas gerechnet.
Zu entschuldigen ist dieser Ausraster nicht. Deshalb hat der FC Basel in einem Communiqué Costanzos Verhalten scharf kritisiert und darüber unterrichtet, dass der Torhüter mit einer Busse «in beträchtlicher Höhe» bestraft wurde. Der Betrag fliesse vollumfänglich in die Kassen des Projekts «Fanarbeit Basel».

Besonders nachdenklich stimmt die Tatsache, dass mit Costanzo ausgerechnet der Captain die Contenance verloren hatte. Und einer, der immer sehr besonnen und ruhig agiert. «Ich habe einen grossen Fehler begangen, den ich mir auch im Nachhinein nicht erklären kann. So etwas wird mir nie wieder passieren», zeigte sich der Argentinier gestern reuig. Er entschuldigte sich bei Ferati, der akzeptierte: «Für mich ist die Angelegenheit damit erledigt.»

Guter Leumund als Vorteil

Offen ist, was Costanzo vonseiten der Swiss Football League zu erwarten hat. Disziplinarrichter Urs Studer wollte sich gestern noch nicht zu einer Prognose hinreissen lassen. «Man muss warten, bis alle Fakten auf dem Tisch sind», so Studer. Die Sachlage dürften aber bald klar sein. Denn die Fernsehaufnahmen zeigen, dass Costanzo Ferati unmittelbar nach Spielschluss packte und intensiv auf den Verteidiger einredete. Dieser riss sich los und stiess den Goalie weg. Daraufhin verlor Costanzo die Nerven und riss Ferati an den Haaren. FCZ-Stürmer Eric Hassli versuchte zwischen den beiden zu schlichten. Und da die Protagonisten Teamkollegen sind, ist nicht anzunehmen, dass sie sich zusätzlich belasten werden.

Der Disziplinarrichter kann einen Spieler für maximal vier Partien sperren. Ein härteres Verdikt ist im «Fall Costanzo» auch kaum zu erwarten. «Für Costanzo spricht, dass er sich sofort entschuldigt hat und über einen guten Leumund verfügt», sagt Studer. Zudem kann der Schubser von Ferati als Provokation ausgelegt werden, was sich ebenfalls strafmildernd auswirken würde. Ein Urteil ist nicht vor Donnerstag zu erwarten.

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