Bänkli

Eiken hat die höchste «Bänklidichte» am Rhein

Ruhebank am Rheinufer: Rheinanstoss der Gemeinde Eiken. - Foto: Walter Christen

Ein Bänkli breit Zugang zum Rhei n

Ruhebank am Rheinufer: Rheinanstoss der Gemeinde Eiken. - Foto: Walter Christen

Gerade mal fünf Schritte braucht man, um von Kaisten nach Eiken und weiter nach Sisseln zu gehen: An jener Stelle, an welcher die Gemeinde Eiken einen schmalen Rheinanstoss hat.

Irena Jurinak

Eiken grenzt nicht nur an die Fricktaler Gemeinden Kaisten, Oeschgen, Frick, Schupfart, Münchwilen und Sisseln, sondern auch an Deutschland. Die Gemeinde hat zwischen Sisseln und Kaisten einen rund eineinhalb Meter breiten Anstoss ans Rheinufer und teilt sich somit eine Grenze mit dem grossen «Kanton» im Norden.

Woher der wohl historisch bedingte Rheinanstoss kommt, ist in der Dorfgeschichte bisher nicht belegt. Laut Gemeindeschreiber Marcel Weiss gibt es verschiedene Theorien lokalhistorischer Koryphäen. Weiss scheint am glaubhaftesten, dass der Flusszugang mit der Flösserei zusammenhängt. Bäume aus dem Eiker Hardwald wurden früher zu Wasser geflösst. Auch Köhlerei wurde im Hardwald und der Chinzhalde betrieben; möglicherweise wurde die Holzkohle zur Verhüttung auf dem Rhein transportiert.

Tauschte Eiken Wald gegen Fluss?

Andererseits könnte es auch sein, dass der Zugang etwas mit der Abspaltung Sisselns von Eiken zu tun hat. Laut dem «Historischen Lexikon der Schweiz» entstand im Hochmittelalter im Mündungsbereich des gleichnamigen Talflusses am Rhein die Eiker Ausbausiedlung Sisseln, die seit 1806 eine unabhängige Gemeinde bildet.

Wie der lange, schmale Eiker Landstrich zum Rhein sei auch die Exklave der Ortsbürgergemeinde Sisseln im Gemeindebann von Eiken – ein Waldgrundstück von rund 3,5 Hektaren – vermutlich auf die Trennung der beiden Dorfteile zurückzuführen, so Marcel Weiss.

«Weil noch vor wenigen Jahrzehnten zwischen den Dörfern Eiken und Sisseln ‹landesübliche› Rivalitäten herrschten, ist es durchaus möglich, dass bisher niemand ein grosses Interesse daran hatte, den geschichtlichen Ursprung genau zu erforschen», führt Weiss mit einem Augenzwinkern weiter aus.

Sollte sich nämlich herausstellen, dass die Abnabelung von Sisseln gar nie rechtens erfolgt sei und die Unrechtmässigkeit mittels Vereinigung wieder behoben werden müsste, wäre für hitzigen Gesprächsstoff weit über die Sommerflaute hinweg gesorgt.

Höchste Bänklidichte am Rhein

Dank der eigenwilligen Grenzziehung hat keine andere Gemeinde eine so hohe Bänklidichte am Rhein wie Eiken, fügt Gemeindeschreiber Marcel Weiss schliesslich noch lachend hinzu. Das Flösserbänkli beim Eiker Rheinanstoss lade an idyllischer Stelle zur Einkehr und zum Verweilen ein. «Manch ein Sissler oder Eiker möge sich am ruhig dahinziehenden Rhein erfreuen, die Geschichte weiter ruhen lassen und die Antwort auf das fragende Lied erleben: ‹Warum ist es am Rhein so schön?›»

Diese Frage werden die Wanderer auf der heutigen AZ-Leserwanderung – sie führt am Eiker Flösserbänkli vorbei – bestimmt beantworten können.

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