Sommerverlauf August
Die Sommerbilanz mächtig aufpoliert

Wer nach dem Juni und Juli mit dem Sommerverlauf gehadert hatte, konnte im August einiges nachholen: Die Ausgabe 2009 war weitgehend hochdruckbestimmt, zu warm und ziemlich trocken. Doch pünktlich wird der Sommer durch den Frühherbst abgelöst.

Drucken
Altweibersommer 2009

Altweibersommer 2009

Solothurner Zeitung

Wolfgang Wagmann

Fast jeden Abend eine geöffnete Hafe-bar, Schwimmer, die sich waghalsig von der Rötibrücke in die 22 Grad warme Aare stürzen und Grilldüfte aus den Gärten - das war über weite Strecken der August 2009. An 18 Tagen schien die Sonne fast uneingeschränkt, nur 7 Tage war sie kaum zu sehen. Kein Wunder, blieb der Monat mit einer Durchschnittstemperatur von 20,5 Grad rund 2 Grad über dem langjährigen Mittel - und toppte damit den zweitwärmsten Sommermonat, den Juli, um ein sattes Grad.

Keine Stricke zerriss der August vor diesem Hintergrund in Sachen Regen: Die 77 Liter pro Quadratmeter entsprechen nur zwei Dritteln der üblichen Monatsmenge, und sie kam vor allem in der ersten Monatshälfte in der Form von ergiebigem Gewitterregen zusammen.

Wie lokal solche Niederschläge sein können, zeigen die nur 71 gemessenen Liter im Wallierhof Riedholz - normalerweise gibts am Jurahang klar mehr Niederschläge als unten in Solothurn. Gegen Monatsende waren deshalb erste Indizien für eine Trockenheit da: Das Fischsterben im Inkwilersee als Folge des fehlenden Regens gehört eben dazu wie das Verbot der Wasserentnahme in Fribourger Gewässern.

Kein Vergleich zum Sommer 2003

Insgesamt war der Sommer in Solothurn mit einem Mittel von 19,3 Grad fast um ein Grad wärmer als im langjährigen Mittel. Der Durchschnittssommer des vorigen Jahres hatte es auf 18,8 Grad gebracht - aber auch er war noch «zu warm» gewesen. Blickt man jedoch sechs Jahre zurück, auf den «Jahrtausendsommer» 2003, wird wieder einmal deutlich, wie krass die drei Sommermonate damals gewesen waren.

Alle drei lagen im Monatsmittel deutlich über 22 Grad - zusammen erreichten Juni, Juli und August einen Durchschnitt von 23 Grad - das sind doch stolze 2,5 Grad mehr als der diesjährige August. Damals wurde die 30- ja sogar 35-Grad-Marke regelmässig geknackt, diesmal wurden 35 Grad nie erreicht, die 30 nur vereinzelt.

Charakteristisch waren jedoch die über weite Strecken warmen Nächte - meist startete der Tag schon bie 17 oder 18 Grad. Auf eine Tropennacht - durchgehend über 20 Grad - brachte es Solothurn jedoch nie.

Sommerende zeichnet sich ab

Der Nationalfeiertag war gerade noch schön über die Bühne gegangen, da legte eine Kaltfront ihr nasses Veto gegen Feuerwerks-Spätzünder ein: Bis am 2. August abends kamen 22 Liter Regen pro Quadratmeter runter. Trübe und nass war noch der folgende Tag, dann dominierte schönes Sommerwetter den Verlauf der ersten Augustwoche.

Das zweite Wochenende des Monats war ähnlich nass wie das vorangegangene, und nochmals regenreich präsentierte sich der 10. August. Von da an zeigte sich der Monat - abgesehen von einer kleinen Krise am 25. - von der besten Seite. Heissester Tag war der Donnerstag, 20. August, wo die 30 Grad schon bald am Nachmittag überschritten worden waren.

In den letzten Augusttagen verstärkten sich jedoch die Anzeichen, dass der Herbst vor der Türe steht: Die Sonne geht von Tag zu Tag rascher unter, und die Nachtkühle macht sich früh und empfindlich bemerkbar. So sank am Wochenende nachts das Thermometer erstmals in den einstelligen Bereich - und das dürfte bald die Norm sein.

Denn nach wechselhaften Tagen bei noch angenehm warmen Temperaturen, kündet sich auf den Freitag eine spürbare Abkühlung an, die das ganze Wochenende anhält. Trotzdem hat nächste Woche der Altweibersommer intakte Chancen auf ein Comeback.