Othmarsingen

Christine Bryner färbt nach altem Rezept Ostereier

Eigentlich gefielen Christine Bryner als Kind die farbigen Ostereier viel besser als die «langweiligen Braunen».

Christina Bryner

Eigentlich gefielen Christine Bryner als Kind die farbigen Ostereier viel besser als die «langweiligen Braunen».

Keine Lust mehr auf fertige Ostereier aus dem Laden? Die AZ hat Christine Bryner auf dem «Brynerhof» in Othmarsingen beim traditionellen Eierfärben über die Schulter geschaut und zeigt, wie man selber Ostereier färbt.

Hier gleicht kein Ei mehr dem anderen. Jedes der 30 fertigen Ostereier auf dem Küchentisch hat eine andere Farbe und ein anderes Muster. Feine Linien überziehen ein rostrotes Ei, ein hellbraunes zieren filigrane Fächer. «Das Auspacken der Eier nach dem Färben ist immer das Schönste», sagt Christine Bryner aus Othmarsingen, «erst dann sehe ich, welche Kräuter die schönsten Muster ergeben und ob mir die Farbe gelungen ist.»

Die Landwirtin sitzt am Tisch und bereitet gerade die nächsten 30 Eier zum Färben vor. Sie legt ein bisschen Petersilie und Gräser auf ein Stück Strumpf, wickelt ein Ei darin ein und bindet Schnur um die Enden.

Die braunen sind ihr doch lieber

Seit sie ein Kind war, färbt sie jedes Jahr Ostereier nach dem traditionellen Rezept. «Als Kind fand ich die braunen Eier langweilig, damals bewunderte ich immer die farbigen roten und gelben Ostereier.»

Trotzdem hielt sie an der Tradition fest und färbte auch mit ihren Kindern Ostereier nach dem Zwiebelrezept. «Jedes Jahr am Karfreitag gingen wir zusammen Kräuter sammeln und danach färbten wir die Ostereier.» Dazu gab es immer Spinatwähe - eine Tradition, die Christine Bryner von ihrer Schwiegermutter übernommen hat.

Mit Holz gehts auch

Die Landwirtin stellt den Topf mit Zwiebelsud auf den Herd. «Ich sammle das ganze Jahr hindurch Zwiebelschalen dafür.» Den vorbereiteten Sud kocht sie vor dem Färben nochmals auf. Langsam lässt sie ein Strumpfei nach dem anderen ins Wasser gleiten. Zehn Minuten nehmen die Eier nun ihr Schönheitsbad. «Ich probiere auch immer wieder etwas Neues aus, mit Rotholz oder Blauholz.» Die grauen Eier vom vergangenen Jahr - gefärbt mit einem Sud aus Grauholz - gefielen ihr nicht.

Pro Jahr färbt sie rund 250 Ostereier, die meisten auf Bestellung, einige verkauft sie auch in ihrem Hofladen. «Dieses Jahr sind sie sehr beliebt, viele Kunden nehmen ein paar mit.» Die Ostereier macht die Landwirtin immer so frisch wie möglich.

«Am besten sind 14-tägige Eier, die lassen sich nach dem Kochen besser schälen.» Rund eine Stunde braucht sie für 30 Ostereier. «Ich mache das sehr gerne. Sowieso ist mir die Osterzeit am liebsten», sagt Bryner.

«In dieser Jahreszeit haben wir noch Zeit, und wenn dann noch schönes Wetter ist, herrlich.» Die Eier stammen vom eigenen Bauernhof, auch wenn sie rund um Ostern manchmal knapp werden. «Meistens komme ich erst am Samstag oder Sonntag dazu, die Eier für unseren Familienbrunch zu färben», sagt sie lachend.

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