Betrügerin hat ausgezockt

Happige Strafe für die ehemalige ETA-Chefbuchhalterin, die fast 5 Mio. Franken veruntreut hat: Sie wandert vier Jahre hinter Gitter und muss sämtliche Gelder zurückzahlen.

Merken
Drucken
Teilen

Über sechs Jahre hinweg hat die frühere Chefbuchhalterin der Grenchner Uhrenfirma ETA SA fast 5 Mio. Franken gestohlen und damit ihren teuren Lebensstil finanziert - einen Grossteil hat sie ausserdem in Casinos in aller Welt verzockt. Am Montag stand sie vor dem Amtsgericht Solothurn-Lebern (wir berichteten), seit gestern liegt nun das Urteil vor: vier Jahre Freiheitsstrafe und eine unbedingte Geldstrafe von 2200 Franken (10 Tagessätze à 220 Franken) wegen Betrugs, Urkundenfälschung und Geldwäscherei. Beim verhängten Strafmass liegt das Gericht recht deutlich unter dem Antrag des Staatsanwalts (fünfeinhalb Jahre Freiheitsstrafe und 27 000 Franken Geldstrafe), aber auch klar über demjenigen des Verteidigers (24 Monate bedingt).

Urteil kommt sie teuer zu stehen

Die geringe Geldstrafe fällt aber ohnehin nicht ins Gewicht, muss doch die 43-jährige Frau ihrer ehemaligen Arbeitgeberin, der ETA, 4,765 Mio. Franken Schadenersatz bezahlen. Hinzu kommt ein Schadenszins von 5 Prozent. Ausserdem muss die Verurteilte der ETA eine Parteientschädigung von knapp 148 000 Franken überweisen und die Verfahrenskosten von rund 27 000 Franken übernehmen.
«Wir werden das Urteil sicher ans Obergericht weiterziehen», sagt der Anwalt der Verurteilten, Alexander Kunz, auf Anfrage. «Das Strafmass ist mit vier Jahren Freiheitsstrafe viel zu hoch ausgefallen.» (sff)