Halle

Auch der Tennisclub Aarau baut Grün

Der Tennisclub Aarau hofft auf die Stadt

Der Tennisclub Aarau hofft auf die Stadt

Ohne eine neue Halle kann der Tennisclub Aarau längerfristig nicht überleben. Für ein Projekt nach Minergie-Standard wünscht er sich Unterstützung von der Stadt.

Marco Wölfli

Der Tennisclub Aarau (TCA) scheute keinen Aufwand. Mit eigens für den Anlass eingekleideten Junioren und einem detailliert gestalteten Modell übergaben die Verantwortlichen Stadtrat Carlo Mettauer (CVP) ihr Projektdossier. Der Tennisclub möchte anstelle der jetzigen ineffizienten Traglufthalle eine moderne Tennishalle nach Minergie-Standard bauen.

Club generiert eine Million

Die Kosten für die Halle betragen 2,5 Mio. Franken. Der Tennisclub hofft nun, dass sich die Stadt Aarau mit 1,5 Mio. Infrastrukturbeitrag daran beteiligt. TCA-Präsident Martin Meyer hofft auf einen positiven Bescheid aus der Stadtverwaltung: «In Aarau geht das Tennis oft vergessen. Es wäre an der Zeit, dass wir mit einem einmaligen Betrag unterstützt werden.» Die fehlende Million wirft der TCA mithilfe einer Hypothek und Mitgliederbeiträgen selbst auf. Auch die Betriebskosten der Halle würden durch den Club gedeckt. Mettauer, der dem Ressort Sport und Kultur vorsteht, sichert den Verantwortlichen seine Unterstützung zu: «Die aufwändige Übergabe ist sympathisch, doch die Stadt wird das Projekt wie jedes andere prüfen.»

Boom bei den Junioren

Dass die Halle nach Minergie-Standard geplant wird, war eine Vorgabe der Stadt. «Der Minergie-Standard muss jetzt nicht zwingend für andere Sportanlagen der Stadt gelten. Da müssen immer Aufwand und Ertrag stimmen», so Mettauer.

Der Tennisclub Aarau erlebte bei den Junioren in den letzten Jahren einen regelrechten Boom. Deshalb stösst der Club im Winter regelmässig an seine Kapazitätsgrenzen. Meyer betont die Wichtigkeit einer guten Infrastruktur und sagt, was der TCA dafür bereits getan hat: «In den letzten Jahrzehnten haben wir bereits Millionen investiert und keine finanzielle Unterstützung der Stadt erhalten. Andere Sportvereine können die Anlagen der Stadt fast gratis nutzen.» Auch der Präsident des TC Rohr, Andreas Zimmermann, hofft auf die neue Halle. Die beiden Vereine pflegen bereits eine starke Zusammenarbeit. «Alle Clubmitglieder von Aarau und Rohr können auf den Plätzen beider Clubs spielen.» Jetzt liegt der Ball bei der Stadt. Bis Ende Juni sollte das Stadtbauamt einen Entscheid treffen. Bei einem positiven Bescheid kommt das Geschäft vor Stadt- und Einwohnerrat.

«Die Prozesse in der Politik dauern lange. Wenn alles ideal läuft, könnten wir im Herbst 2011 in der neuen Halle spielen», sagt Meyer. Bis die Stadt entscheidet, können die Verantwortlichen nur hoffen, dass in Aarau auch zukünftig ganzjährig Tennis gespielt werden kann.

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