Apfel, Rüebli, Milch – und das gratis

Ein gesundes Gratis-Znüni an den Volksschulen – dafür will Grossrätin Patricia von Falkenstein (LDP) via Standesinitiative die gesetzliche Grundlage schaffen. Bereits jetzt gehört gesundes Essen an den Basler Schulen quasi zum Stundenplan.

Regula Vogt-Kohler

Falsche Ernährung und zu wenig Bewegung sind die Ursachen für Übergewicht vieler Kinder und Jugendlicher. Zu fettig, zu süss, zu salzig und zu viel: Diese negativen Attribute treffen auch auf viele Zwischenverpflegungen von Schülern und Schülerinnen zu.

Von einer kostenlosen Abgabe von Früchten, Gemüse und Milch an den Volksschulen erwartet Patricia von Falkenstein eine Verbesserung der Ernährungssituation. Vor kurzem hat die LDP-Grossrätin die Einreichung einer Standesinitiative für die Schaffung einer gesetzlichen Grundlage zur Abgabe einer gesunden Gratis-Zwischenverpflegung an den Volksschulen beantragt.

Auch ohne gesetzlich vorgeschriebenes Gratis-Znüni schreiben die Basler Schulen eine gesunde Verpflegung seit Jahren gross. Die Aktion «Znünibox» ist unterdessen in allen Kindergärten eingeführt. Die flächendeckende Umsetzung der «Znünibox» auf Primarschulstufe ist noch im Gang.

Auf der Sekundarstufe I gibt es an einzelnen Schulen Pausenkioske mit gesundem Angebot. Auf dem Weg zu einer flächendeckenden Umsetzung strebt man nun ein systematischeres und nachhaltigeres Vorgehen an. Bei den weiterführenden Schulen (Gymnasien, Fachmaturitätsschulen, Berufsschulen) ist die gesunde Ernährung Teil des Projektes «Aufenthaltsraum mit Verpflegungsmöglichkeit»; die flächendeckende Umsetzung ist noch im Gange und soll bis 2011 abgeschlossen sein.

500 000 Franken für Extraleistungen

Damit nicht hohe Preise vom gesunden Essen abhalten, aber auch nicht Gesundes mit Ungesundem finanziert werden muss, gibt es finanzielle Unterstützung. Während der ordentliche Betrieb der Mensen in den weiterführenden Schulen kostendeckend sein muss, stehen für die Extraleistungen der gesunden Ernährung und der Funktion als Aufenthaltsraum über die rentablen Öffnungszeiten hinaus jährlich 500 000 Franken zur Verfügung.

Die Realisierung Stufe für Stufe mit Beginn bei den Jüngsten ist Teil des Gesamtkonzepts, bei dem auch Eigenverantwortung und Freiwilligkeit grossen Stellenwert haben. Dahinter steckt unter anderem die Hoffnung, dass Kinder, die gelernt haben, gesund zu essen, später als Jugendliche den Pfad der ausgewogenen Ernährung nicht gänzlich verlassen. Der Einbezug der Erziehungsberechtigten in die praktische Umsetzung auf der Stufe Kindergarten und Primarschule spielt dabei eine wichtige Rolle. Viele Eltern hätten sich für die Fortsetzung der Aktion Znünibox in der Primarschule ausgesprochen, berichtet Ueli Keller vom Stab Schulen im Erziehungsdepartement.

Regierung muss noch diskutieren

Wann der Grosse Rat über den Antrag zur Einreichung einer Standesinitiative für ein gesundes Gratis-Znüni entscheiden wird, ist im Moment nicht bekannt. «Die Regierung hat noch nicht darüber diskutiert», teilt Christoph Eymann, Vorsteher des basel-städtischen Erziehungsdepartementes, auf Anfrage mit. Vor dem Hintergrund verschiedener Studien zur Ernährungsproblematik sei das Thema es wert, dass man auf Bundesebene darüber diskutiere.

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