Reh

Anruf gespart – Rehkitz verstümmelt

Wegen mangelnder Zusammenarbeit der Landwirte mit der Jägerschaft erleiden immer wieder junge Rehe den qualvollen Mähtod. So kürzlich in Remigen.

Arthur Dietiker

Der junge Autofahrer wird den Anblick, der sich ihm auf der Heimfahrt Richtung Gansingen, kurz nach Remigen, bot, nicht so schnell vergessen. Da lag, ruckartige Bewegungen machend, mitten auf der Bürensteigstrasse ein Rehkitz mit abgetrennten Hinterläufen.

Der junge Mann machte das in diesem Moment einzig Richtige: Er hielt sofort an, stieg aus - und benachrichtigte per Telefon die Kantonspolizei. Roman Mäder, dem Jagdaufseher der Jagdgesellschaft Remigen, der sofort auf dem Platz erschien, blieb nichts mehr anderes übrig, als das herzige, im Juni geborene Kitz mit einem so genannten Fangschuss von seinen Schmerzen zu erlösen. Eine traurige Aufgabe.

Pflichtvergessener Landwirt

Ganz klar ersichtlich wurde, dass die Hinterläufe des Rehkitz von einer Mähmaschine abgetrennt worden waren. Welcher Landwirt da an der Arbeit gewesen war, weiss man zwar nicht. Aber eins ist sicher. Er ist seiner Pflicht nicht nachgekommen, vor dem Mähen die für dieses Gebiet zuständige Jagdgesellschaft zu benachrichtigen, damit die fragliche Wiese hätte verblendet werden können.

Beunruhigt durch die Verblendung mit Fahnen, Blinklampem oder vor allem mit weissen Tüchern, hätte die Rehmutter - die Ricke - ihr Kitz nämlich rechtzeitig aus der Wiese gelockt und in Sicherheit gebracht.

Wie dieser Fall in Remigen deutlich zeigt, gibt es leider immer wieder herz- und gedankenlose Landwirte, denen andere Lebewesen egal sind. 50 Rappen hätte die telefonische Meldung an die Jagdgesellschaft Remigen gekostet - und das Rehkitz würde noch leben.

Verwandte Themen:

Meistgesehen

Artboard 1