Senioren
Altersheime im Internet-Zeitalter

Eine neue Website informiert umfassend über das Angebot von Altersinstitutionen im Kanton Bern. Im Idealfall finden Interessierte mit wenigen Klicks das ideale Altersheim.

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Berner Rundschau

Johannes Reichen

Am Freitagmorgen um 10 Uhr ist Männertreff angesagt im Altersheim Domicil Schönegg in Bern. Diese kleine Information aus dem Heimleben kann man dem Anschlagbrett entnehmen, das wird wohl auch in Zukunft so bleiben. Eine Fülle von wichtigeren Informationen aber sind nun jederzeit und überall abrufbar. Und nicht nur das Altersheim Schönegg bietet sie an, sondern, so der Plan, alle Altersinstitutionen im Kanton Bern.

Gestern informierten im Domicil Schönegg Pro Senectute, der Verband Berner Pflege- und Betreuungszentren (VBB) und der Kanton Bern über die Homepage www.wohnen60plus.ch, die nun «eine Lücke schliessen» soll, wie Marcel Schenk, Geschäftsleiter von Pro Senectute des Kantons Bern sagte.

Die neue Homepage

Seit kurzem ist die neue Website von Pro Senectute Kanton Bern unter der Adresse www.wohnen60plus.ch aufgeschaltet. Neben Angaben zu den verschiedenen Altersinstitutionen finden Interessierte auch Informationen zu Wohnformen, Heimtarifen und Sozialversicherungen. Und in einem Forum können Senioren beispielsweise Mitbewohner für eine Alters-WG suchen. (joh)

Personen, die nicht mehr im eigenen Haushalt leben können oder wollen, finden darauf Informationen über Altersheime, Altersresidenzen, Tagesstätten oder Senioren-WGs, betreutes Wohnen oder Wohnmöglichkeiten für Demente.

Transparenz ...

Die Website wird von den Heimen und anderen Institutionen selbst bewirtschaftet. Im Idealfall geben sie umfassende Informationen zum Angebot an und informieren auch über die Tarife und Krankenkassen-Beiträge. «Eine umfassende Information ist Voraussetzung für die Wahlfreiheit», so Schenk.

Ebenfalls ersichtlich ist, ob der Heimaufenthalt auch durch Ergänzungsleistungen finanziert wird. Bisher präsentieren sich rund 200 von insgesamt 450 Institutionen auf der Website. «Viele warten noch ab, wie sich das entwickelt», sagte Projektleiterin Karin Hunziker.

Wie sie ist aber auch Markus Loosli, Vorsteher des kantonalen Alters- und Behindertenamts, überzeugt, dass sich die Institutionen der Website auf Dauer nicht entziehen können. «Wer die Angaben nicht liefert, wird früher oder später in der Öffentlichkeit unter Druck kommen.»

... und Selbstregulierung

Und neben der Transparenz nach aussen sorge das Angebot auch für eine Selbstregulierung nach innen. Mit wenigen Klicks kann man die Angebote und Preise der verschiedenen Häuser miteinander vergleichen. «Bisher war das schwierig», sagte Loosli. Möglicherweise gebe es durch dieses Angebot auch bei der Verwaltung eine gewisse Entlastung.

Die Vergleichbarkeit der einzelnen Institutionen erachtet auch Peter Keller als gewichtigen Vorteil. Er ist Geschäftsführer des VBB, der die Interessen rund 290 oder 95 Prozent aller bernischen Alters- und Pflegeheime vertritt.

Ein weiterer Pluspunkt für ihn ist, dass freie Betten publiziert werden können. Jede Woche werde die Anzahl freier Plätze per Mail erfragt, sagte Projektleiterin Hunziker. «Damit können wir Aktualität garantieren.»