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Selbstfahrender Minibus in Zug: Die SBB ziehen ein positives Fazit

Der selbstfahrende Minibus kurvte durch die Stadt Zug.

Der selbstfahrende Minibus kurvte durch die Stadt Zug.

Das Ende 2019 abgeschlossene Pilotprojekt mit dem selbstfahrenden Minibus «MyShuttle» in der Stadt Zug hat Erkenntnisse über Technologie, Kundenakzeptanz und Gesetzgebung gewonnen. Nun liegt der Abschlussbericht vor.

(mua) Das gemeinsame «MyShuttle-Projekt» mit Mobility, der Zugerland Verkehrsbetriebe AG (ZVB), dem Techcluster Zug und der Stadt Zug hatte das Ziel, den Kundennutzen und die Akzeptanz des selbstfahrenden Fahrzeugs zu ermitteln. Gleichzeitig wurde getestet, wie weit die Technologie im städtischen Verkehr einsatzfähig sei und wo die Grenzen liegen würden, fassen die SBB die Ziele des Pilotprojekts in ihrer Mitteilung zusammen.

Der Einsatz des selbstfahrenden Minibusses fand im Mischverkehr statt, was gemäss SBB innerhalb Europas die komplexeste Testumgebung für derartige Fahrzeuge darstellt. Es sei eine bewusst ambitionierte Entscheidung gewesen, um so realistisch wie möglich die Einflussfaktoren auf den Betrieb testen zu können. Gestartet mit einer Fahrzeuggeschwindigkeit im automatisierten Modus von 10 Kilometer pro Stunde, erreichte der selbstfahrende Minibus ab September 2019 bis zu 16 Kilometer pro Stunde.

Bei städtischem Verkehr stösst die Technik an Grenzen

Das Projektkonsortium habe während der dreijährigen Gesamtlaufzeit des Projektes wertvolle Erfahrungen gewinnen können, schreiben die SBB weiter. So wurde erkennbar, dass die Technologie selbstfahrender Fahrzeuge im Stande ist, ein Fahrzeug mit hoher Präzision zu manövrieren. Bei der Integration in den städtischen Fliessverkehr stösst die Technik aber derzeit noch an Grenzen. So führten beispielsweise Überholvorgänge anderer Verkehrsteilnehmer zu einer Geschwindigkeitsreduktion, wie auch von Fussgängern, die dem Sensorbereich des Fahrzeugs zu nahe kamen.

Die Rückmeldungen der Passagiere zeigten laut SBB ein grosses Interesse am Angebot und ein hohes Vertrauen in das Fahrzeug sowie in die bei jeder Fahrt anwesenden Sicherheitsfahrer. So gaben während den Bevölkerungsfahrten im September über 90 Prozent der Teilnehmenden an, das Shuttle erneut nutzen zu wollen. Trotz des vergleichsweise hohen Automatisierungsgrades des Fahrzeugs ist ein Betrieb ohne Anwesenheit eines Fahrers derzeit nicht möglich. Dennoch konnten 84 Prozent der gefahrenen Kilometer im Betriebsjahr 2019 automatisiert bewältigt werden.

Abschlussbericht auf der Astra-Homepage

Um dem Qualitätsanspruch des öffentlichen Verkehrs gerecht zu werden und die Ansprüche der Kundinnen und Kunden zu erfüllen, ist es notwendig, solche automatisierten Angebote in alle Echtzeit-Informationssysteme und Buchungssysteme des öffentlichen Verkehrs anzubinden. Noch sind die Systeme dafür nicht bereit. Der auf der Webseite des Bundesamt für Strassen (Astra) publizierte Abschlussbericht, enthält einen Überblick über die wesentlichen Elemente, die für den Betrieb eines autonomen Shuttles erforderlich sind und beschreibt einige der notwendigen Schritte sowie die Erfahrungen aus dem Einsatz auf der öffentlichen Strasse von Zug.

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