Steuern
Weltall-Springer Baumgartner: «Ich bin ein Steuerflüchtling»

Stratosphären-Springer Felix Baumgartner ist ein Steuerflüchtling. Das sagt er selbst. Er sei erst dann in die Schweiz gezogen, als die «schützende Hand» weggefallen sei und er viel Steuern hätte nachzahlen müssen. .

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Felix Baumgartner will im freien Fall die Schallmauer durchbrechen
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Felix Baumgartner vor seinem Testsprung
Der Extremsportler will mit einem Sprung aus einer Raumkapsel aus 36576 Meter Höhe versuchen, die Schallmauer im freien Fall zu durchbrechen
Auf diesen Weltrekordsprung hin hat der Österreicher laut eigenen Aussagen fünf Jahre gearbeitet
Stratos-Mission: Der Start verzögert sich immer wieder.
Felix Baumgartner kurz vor dem Einstieg in die Kapsel. Er sass schon drin, dann musste das Projekt abgebrochen werden

Felix Baumgartner will im freien Fall die Schallmauer durchbrechen

Zur Verfügung gestellt

«Ich habe in Österreich ein Büro gehabt, eine Sekretärin, mein Haus, meinen Hubschrauber, ich habe alles zurücklassen müssen. Und dann sitze ich in der Schweiz, kenne keinen und denke mir: Was genau habe ich verbrochen?». Das sagt Stratospären-Springer Felix Baumgartner in einem Interview mit der «Kronen-Zeitung».

In Thurgauischen, genauer nach Arbon, gelockt haben ihn also nicht Land und Leute. Nein, es war die Aussicht darauf, weniger Steuern zu bezahlen. Steuerflüchtling ja, «aber kein freiwilliger».

«Schützende Hand» hat es rückgängig gemacht

In Österreich drohte Baumgartner nämlich eine happige Steuernachzahlung. «Die gehen ins Grundbuch und nehmen dir dein Haus», beschreibt er seine missliche Lage von damals.

Doch Felix hatte zunächst Glück. Er hat sich, wie er offen zugibt, an den Finanzstaatssekretär gewandt. «Und der hat das alles rückgängig gemacht.»

Dumm nur, dass dieser dann aus dem Amt schied. «Damit war die schützende Hand wieder weg. Und dann hat das Finanzamt wieder begonnen, diese Geschichte aufzugreifen», so Baumgartner in der «Kronen-Zeitung». Also macht sich der Stratosphären-Springer 2012 auf über die Grenze. Und spart jetzt Steuern.

Kein Sportler

Die Frage, um die sich in Österreich alles drehte, war, ob Baumgartner ein Spitzen-Sportler ist. Ist er das, muss er nach österreichischem Recht «nur» einen Drittel seines Einkommens versteuern. Das ergibt einen Steuersatz von etwa 17 Prozent. Das Finanzamt hatte aber entschieden: Baumgartner ist kein Sportler, Die Folgen: Statt 17 muss Baumgartner 50 Prozent seines Einkommens abgeben, ausser es sei eine schützende Hand am Werk.

Bei der «schützende Hand» soll es sich laut «Die Presse» um Reinhold Lopatka handeln. Der ÖVP-Politiker ist inzwischen im Aussenamt als Staatssekretär tätig. Er will Baumgartner in Steuerfragen aber nicht protegiert haben. «Es gab nie eine Intervention meinerseits», stellt gegenüber «Die Presse» klar. Baumgartner habe sich zwar an ihn gewandt, er habe daraufhin die Causa durch Beamte des Ressorts prüfen lassen. Diese hätten dann gegen Baumgartner entschieden. (rsn)