Auszeichnung

«Ritter der Strasse»: Aargauer retteten eine Frau, die mit dem Auto im Fluss gelandet war

Daniel Rütter (l.) und Rolf Fahrni.

Daniel Rütter (l.) und Rolf Fahrni.

Weil sie einer Frau das Leben gerettet haben, sind Daniel Rütter und Rolf Fahrni am Mittwoch zu «Rittern der Strasse» erklärt worden. Sie leisteten bei einem Unfall erste Hilfe, der sich vor Ostern in Hünenberg ZG ereignet hatte - und stiegen in einen eiskalten Fluss.

Die Aargauer Daniel Rütter und Rolf Fahrni sind in Zug als «Ritter der Strasse» ausgezeichnet worden. Sie waren in der Nacht auf Karfreitag in Hünenberg (ZG) an eine Unfallstelle gefahren, hielten sofort an und halfen beherzt. Ein Auto war auf dem Dach liegend in der Lorze gelandet. Die beiden Männer sprangen ins drei Grad kalte Wasser und betreuten den Fahrer und die Beifahrerin. Der Lenker, der erst durch die Feuerwehr geborgen werden konnte, starb später im Spital. Der Beifahrerin aber haben die beiden mutigen Männer das Leben gerettet.

Der Garagist Daniel Rütter aus Mühlau war in jener kalten Nacht als Erster am Unfallort. Er sah das Auto in der Lorze liegen, hielt an und hörte Hilferufe. Er richtete sein Auto so, dass er mit den Scheinwerfern in der stockdunklen Nacht die Unfallstelle beleuchten konnte, alarmierte die Polizei und stieg dann ins brusthohe Wasser, um zu helfen. Der Gurt der Beifahrerin liess sich nicht öffnen. Der Kopf der Frau ragte nur knapp über das Wasser. Rütter: «Ich stieg ins Wasser, hielt ihren Kopf, damit sie nicht unterging und genug Sauerstoff erhielt, sprach ihr Mut zu und tat alles, damit sie unbedingt wach blieb, bis die Rettungskräfte kamen.»

Kurz danach sah ein weiterer Automobilist, Rolf Fahrni, die Warnblinker von Rütters Auto und hielt ebenfalls an, um zu helfen. Die beiden Männer konnten die Frau gemeinsam aus dem Auto bergen. Fahrni hatte ein Messer im Auto, mit dem sie den Gurt durchschneiden konnten. Rütter: «Kaum waren wir so weit, waren auch schon sehr rasch die ersten Rettungskräfte da und übernahmen die schwer verletzte Frau.»

Hatten die Männer überhaupt Zeit, zu überlegen, dass sie sich im kalten Wasser der Lorze, die doch recht zieht, selbst in Gefahr begaben? Dafür sei keine Zeit gewesen, erinnert sich Rütter: «Ich funktionierte einfach. Für mich war sofort klar, da musst du helfen. Da ich früher in der Feuerwehr war, weiss ich, woran man in so einer Situation denken muss.»

Die Gerettete erlitt damals mehrere Knochenbrüche. Sie bedankte sich später bei ihren Rettern. Rütter ist froh, dass er helfen durfte: «Dass ich brusttief im kalten Wasser stand, merkte ich gar nicht richtig. Erst als ich wieder zu Hause war, spürte ich die Kälte und nahm ein heisses Bad. Ich brauchte schon einige Tage, um das Erlebte zu verarbeiten.» Ob er sich als Held fühle? Rütter winkt bescheiden ab: «Was wir getan haben, war doch selbstverständlich. Ich würde es jederzeit wieder tun.» (MKU)

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