Seitensprung
Die Masche mit der öffentlichen Reue

Nach Tiger Woods, Mark Owen ist Jesse James der neuste Promi, der zugibt, seine Frau betrogen zu haben. Der Noch-Ehemann von Sandra Bullock leistert öffentlich Abbitte, denn: Der Gang nach Canossa führt augenscheinlich über den Boulevard,

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Erst packten die Mätressen von Tiger Woods aus, dann flog das geheime Liebesleben von Ashley Cole auf. Und schon meldet sich der nächste Star und bittet die Öffentlichkeit reumütig um Vergebung: Mark Owen hat zugegeben, seine Ehefrau jahrelang hintergangen zu haben. «Ich weiss nicht, wie viele Mädchen es waren. Vielleicht zehn», gabe der Take-That-Sänger zu, der seit fünf Jahren mit seiner Frau zusammen ist und mit ihr zwei Kinder hat. «Ich war ein Idiot», verkündete Owen im britischen Revolverblatt «The Sun».

Bleibt die Frage: Warum berichtet der Mann erst seiner Frau von seinen Missetaten - und dann ausgerechnet dem Boulevardblatt «The Sun»? Im englischsprachigen Raum hat sich das Konzept öffentlicher Reue offenbar durchgesetzt. Es wird in publico Abbitte geleistet, der Betrug wird mit Alkoholmissbrauch, Drogen- oder Sexsucht «erklärt» und eine Ehe- oder Rauschmittel-Therapie «löst» das Problem. Irgendwann geht der betroffene Star dann wieder als geläutert durch.Und wenn er wie etwa Robert J. Downey ein beganadeter Schauspieler ist, bekommt er eine Chance für ein Comeback. Wenn nicht, bliebt er der ewige Loser.

Die Reue des Jesse James

Auch Jesse James bekannte nun Reue. Allerdings wirkt das Ganze in etwa so ehrlich wie ein juristisch vorformuliertes Papier. Im People-Magazin ist zu lesen: «Es gibt nur eine Person, die für die ganze Situation verantwortlich zu machen ist, und das bin ich. Ich verdiene alles Schlechte, was jetzt auf mich zukommt. Diese Sache hat meiner Frau und meinen Kindern unvergleichbar viel Schmerz und Beschämung verursacht, und ich bin tieftraurig, dass ich das über sie gebracht habe. Es tut mir wirklich sehr leid, dass ich ihnen soviel Leid zugefügt habe. Ich hoffe, sie können mir eines Tages von Herzen vergeben.»

Sandra Bullock zog aus dem gemiensamen Haus aus und annullierte sämtliche Promotions-Termine für ihren Oscar-prämierten Film «The Blind Side».

Nun gelangte gar ein Bild an die Öffentlichkeit, dass das Tattoo-Model knapp bekleidet mit Wehrmachts-Hut und Nazi-Armbinde zeigt. Das Motto der Dunkelhaarigen dürfte demnach klar sein: Hauptsache im Gespräch bleiben.