Melanie Wingier
Der reinste Horror auf Schloss Rued

Mitte Oktober beginnen die Dreharbeiten für «One Way Trip» mit Melanie Winiger. Der Horrorstreifen wurde in Schlossrued vorgestellt.

Barbara Vogt
Drucken

Im Herbst 2011 kommt der erste Schweizer Film in dreidimensionaler Technik ins Kino. Schauplatz ist Schloss Rued. Ex-Miss-Schweiz Melanie Winiger verkörpert in der schweizerisch-österreichischen Koproduktion der Hesse Greutert Film AG eine Killerin. Auch sonst spielen viele junge Schauspieler mit.

Der Film erzählt von einer Gruppe Jugendlicher, die im Jura auf der Suche nach halluzinogenen Pilzen in die Fänge eines Wahnsinnigen gerät und auf Schloss Rued landet. Dort spielen sich grässliche Szenen ab: Ein Mädchen stürzt vom Dach, eine Scheune brennt lichterloh und für die tödliche Szene wird ein Güllenloch ausgehoben. «Ob wirklich jemand stirbt, lassen wir vorerst offen», sagt Regisseur Markus Welter.

«Ruhe macht den Ort unheimlich»

Die Schockeffekte sollen mittels 3-D-Technik noch wirkungsvoller gestaltet werden. Mit der Brille fliegt dem Kinogänger das Blut entgegen», beschreibt Welter das Gefühl genüsslich. «Der Film braucht Nerven. Es ist wie in der Geisterbahn. Man hält sich am andern fest, schreit, geniesst und ist froh, endlich wieder draussen zu sein.»

Am Montagabend stellte die Firma Hesse Greutert Film ihr jüngstes Projekt der Schlossrueder Bevölkerung vor. Die Einwohner kamen zuhauf, «mehr als an einer Gmeind», witzelte ein älterer Herr.

Schloss Rued sei ein perfekter Schauplatz für einen Horrorfilm, schwärmt der Regisseur. «Als wir das Schloss sahen, wussten wir: Hier drehen wir.» Die Filmcrew schrieb das Drehbuch extra um, ursprünglich suchte sie ein altes, düsteres Bauernhaus im Jura. So genannte «Location Scouts» fuhren auch andere Gegenden in der Schweiz ab – und stiessen auf Schloss Rued. «Die Ruhe, die Umgebung und die Geschichte machen den Ort unheimlich.»

Die Besitzerin des Schlosses, die Erowa AG aus Reinach, war sofort bereit, der Filmcrew das Anwesen zu vermieten. «Das bringt uns ein nachhaltiges Image», meint Franca Furrer von der Erowa.

Zurzeit laufen die Dreharbeiten im Jura. Am 17.Oktober beginnen diese auf Schloss Rued und dauern bis 8. November. «Wir drehen in der Nacht», so der Regisseur. «Das unterstreicht die grausigen Szenen.» Das Filmteam steht um vier Uhr mittags auf und dreht bis morgens um sechs.

Premiere in Schöftland

Lärm werde es schon geben, hin und wieder Schreie. «Haben wir jetzt während Wochen Freinacht?», fragte ein Anwohner. Horrend laut werde es nicht, beruhigte Welter. Und Schaulustige seien zu den Sets willkommen. Allerdings sei es nicht ratsam, Kinder in das Kleider- oder Maskendepartement zu lassen. «Dort kann es schon mal vorkommen, dass irgendwo eine Axt steckt oder Blut auf ein Gesicht geschminkt wird.»

Jetzt laufe in Schlossrued wieder mal etwas, freut sich Gemeindeammann Martin Goldenberger, auch wenn der Film kaum einen solch grossen Eindruck hinterlasse, wie es Hermann Burgers «Schilten» in Walde tat. Und auf den roten Teppich wird Goldenberger auf Rued ebenfalls verzichten müssen. Die Premiere von «One Way Trip» findet im Kino Schöftland statt.

Aktuelle Nachrichten