Strassenverkehr

Grosse Autos, grosse Gefahr: Studie zeigt Gefährlichkeit von SUVs

Ein SUV im Zürcher Stadtverkehr.

Ein SUV im Zürcher Stadtverkehr.

SUVs werden in der Schweiz immer beliebter. Das erfreut nicht alle Beteiligten im Strassenverkehr. Eine Studie zeigt nun, dass SUV-Fahrer mehr Unfälle verursachen als der Durchschnitt.

(mg) «Fast 50 Prozent der Nicht-SUV-Besitzer sind der Meinung, dass Geländewagen gefährlich sind für andere Verkehrsteilnehmer», wird Bettina Zahnd, Leiterin der Abteilung Unfallforschung und Prävention der AXA Schweiz in einer Mitteilung zitiert. Der Versicherungskonzern hat eine Studie zur Mobilität der Schweizer in Auftrag gegeben und diese am Donnerstag präsentiert. Ebenfalls gibt die AXA Einblick in ihre Schadensstatistik. Und da bestätigt sich der Eindruck über die Gefährlichkeit der SUVs: «Tatsächlich verursachten Geländewagen im Jahr 2019 knapp 10 Prozent mehr Haftpflichtschäden als andere Personenwagen», so Zahnd.

Noch grösser wird der Anteil bei grösseren SUVs. Solche mit einem Gewicht zwischen 2,1 und 3,5 Tonnen. Diese verursachten 27 Prozent mehr Haftpflichtschäden als andere Autos, wie die AXA schreibt. Das mag den einen oder anderen SUV-Fahrer überraschen. Denn gemäss der Studie halten sich 90 Prozent der befragten SUV-Fahrer für «sichere Verkehrsteilnehmer». Vor allem für andere Verkehrsteilnehmer ist dies oft eine gefährliche Mischung: «Je grösser ein Geländewagen, desto häufiger verursacht er einen Personenschaden», schreibt die AXA.

Crash-Test zeigt Gefahrenpotenzial

Um die Gefährlichkeiten eines SUV zu illustrieren, hat der Versicherer auch Crash-Tests durchgeführt. Dabei rammte ein SUV mit 60 Stundenkilometer einen Personenwagen in die Seite. Das Kind auf dem Rücksitz wird dabei mit voller Wucht getroffen und auch der Fahrer wird in die Tür geschleudert. Bei beiden Getroffenen federn zusätzliche Massnahmen (Kindersitz, Seitenairbags) die Verletzungen etwas ab. Der Fahrer des Geländewagens wird beim Unfall übrigens nur leicht verletzt. Das hänge mit der Grösse des Wagens und der Höhe der Stossstange zusammen. Es ist aber ein sehr einseitiger Schutz.

Aber nicht nur bei den ganz grossen Fahrzeugen sieht die AXA eine Gefahr für Verkehrsteilnehmer, sondern auch bei den kleinen. Namentlich beim E-Trottinett. So zeige die Studie, dass nur 9 Prozent der E-Trottinett-Nutzer immer eine Schutzausrüstung tragen. Zudem wüssten viele E-Trotti-Fahrer nicht, dass für sie dieselben Regeln wie für Velofahrer gelten. Was Trotti-Fahrer und SUV-Fahrer eint: Beide halten sich für sichere Fahrer. «Nur gerade 16 Prozent aller befragten E-Trottinett-Fahrer fühlen sich aufgrund ihrer eigenen Fahrweise unsicher», heisst es in der Mitteilung. Die Gefahr orten Trottinettler bei äusseren Einflüssen. Damit liegen sie falsch. Bei den meisten Unfällen handelt es sich laut AXA um Selbstunfälle.

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