Grabs
«Wir haben unseren Zweck erfüllt» – GrabSolar AG hat ihre Liquidation beschlossen

Die Aktionäre haben an der Generalversammlung grünes Licht gegeben für die Auflösung der GrabSolar AG. Diese hat seit 2012 mehrere Photovoltaikanlagen auf öffentlichen Dächern der Gemeinde Grabs realisiert und betrieben. Die Anlagen wurden im vergangenen Jahr an die Technischen Betriebe der Gemeinde Grabs verkauft. Die GrabSolar AG blickt zufrieden auf das Erreichte zurück.

Thomas Schwizer
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Der Verwaltungsrat wird nun die Liquidation der Grabsolar AG durchführen: Marcel Wessner, Ralph Gantenbein, Christian Eggenberger, Roger Rusterholtz (von links).

Der Verwaltungsrat wird nun die Liquidation der Grabsolar AG durchführen: Marcel Wessner, Ralph Gantenbein, Christian Eggenberger, Roger Rusterholtz (von links).

Der einstimmige Entscheid zur Liquidation der AG fiel den Aktionären am Mittwochabend leicht. Nach dem Verkauf aller Photovoltaikanlagen (PV) an die Technischen Betriebe der Gemeinde Grabs war er logisch, da GrabSolar keine operativen Aufgaben mehr hat.

Nachhaltigen Beitrag zu sauberer Energie geleistet

Rund 100 Grabser Hausbesitzer und die Gemeinde waren Aktionäre der Anfang 2012 als «Bürger-Solar-Organisation» gegründeten AG. Sie alle dürften zufrieden sein. Das betonte Verwaltungsratspräsident Christian Eggenberger an der Generalversammlung vom Mittwochabend im Restaurant Schäfli.

«Dank GrabSolar konnten in Grabs bereits vor knapp zehn Jahren in grossem Mass PV-Anlagen realisiert werden. Ohne uns hätte das wohl länger gedauert.»

GrabSolar hat seit der Gründung Anfang 2012 Anlagen mit gesamthaft 292,76 kWp Leistung erreichtet und dafür brutto rund 650'000 Franken investiert. «In der kurzen Geschichte der Gesellschaft zwischen 2013 und 2019 wurden damit rund 2 Millionen kWh Solarenergie produziert», zeigte Eggenberger den Aktionären auf. Damit sei der CO2-Ausstoss um 1600 Tonnen reduziert worden. Pro Jahr könne dank der von der GrabSolar AG realisierten Anlagen der Strombedarf von 60 Einfamilienhäusern gedeckt werden.

Die Aktionäre hätten einen Beitrag zu sauberer Energie geleistet, der nachhaltig sei und noch viele Jahre wirken werde.

Es standen keine weiteren Dachflächen zur Verfügung

Sämtliche Anlagen von GrabSolar konnten auf den Dächern öffentlicher Einrichtungen realisiert werden: auf der Gemeindeliegenschaft Lindenweg 4, auf der Wertstoffsammelstelle, auf der Markthalle, auf dem Schulhaus Feld, auf dem Stütlihus und als Letztes 2015 auf dem neuen Kirchgemeindehaus.

Im Jahr 2015 konnte die Grabsolar AG auf dem Dach des neuen Kirchgemeindehauses die letzte PV-Anlage realisieren.

Im Jahr 2015 konnte die Grabsolar AG auf dem Dach des neuen Kirchgemeindehauses die letzte PV-Anlage realisieren.

Bild: Roger Rusterholtz

Weitere Standorte seien geprüft worden, schilderte Eggenberger. Aber entweder hätten diese keinen Sinn ergeben oder Private hätten dort eine PV-Anlage realisiert. Dank zunehmender staatlicher Förderung und tieferer Preise rechne es sich heute für Privateigentümer, selbst in Phtovoltaik zu investieren und den Strom auch selbst zu verbrauchen.

Antrag auf Liquidation einstimmig gutgeheissen

So war es auch beim Stütlihus, das den durch die Anlage produzierten Strom selbst verbrauche. Als der Neubau des Betagtenheims mit eigener PV-Anlage realisiert wurde, habe GrabSolar auf Ersuchen jene auf dem Altbau ans Stütlihus verkauft. Das habe Sinn gemacht, so Christian Eggenberger. Damit habe sich der weitere Weg abgezeichnet und schliesslich im Verkauf sämtlicher Anlagen von GrabSolar an die Technischen Betriebe der Gemeinde Grabs im Jahr 2020 gemündet. Somit fehlt der AG die Aufgabe, Anlagen zu realisieren und zu betreiben.

Die Photovoltaikanlage des Stütlihus-Altbaus (vorne) hat GrabSolar, im Zuge der Realisierung weiterer Solarzellen auf dem Neubau, im Sommer 2019 ans Betagtenheim verkauft.

Die Photovoltaikanlage des Stütlihus-Altbaus (vorne) hat GrabSolar, im Zuge der Realisierung weiterer Solarzellen auf dem Neubau, im Sommer 2019 ans Betagtenheim verkauft.

Bild: Corinne Hanselmann

Deshalb genehmigten die Aktionäre am Mittwoch nicht nur alle weiteren Traktanden einstimmig und diskussionslos, sondern auch den Antrag des Verwaltungsrates, die Gesellschaft durch Liquidation aufzulösen. Und zwar inklusive der Prüfung, ob nach der gesetzlichen Mindestfrist eine frühzeitige Verteilung des Kapitals möglich ist.

Die Aktionäre dürfen gemäss Eggenberger damit rechnen, dass ihnen pro Aktie eine Rendite von zirka 8 Prozent ausbezahlt wird. Das sei zwar nicht viel, eine hohe Rendite sei aber auch nie das Ziel gewesen.