Vier Farben und sechs Pferde

Die Brauerei Feldschlösschen aus dem Gastkanton Aargau hat an der Olma schon zum achten Mal einen Messeauftritt. In der Schwing- und Älplerhütte fliesst das Bier, im Zelt nebenan ruhen sich die Brauereipferde aus.

Roger Berhalter
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Gute Laune mit fremdem Bier: Die Aargauer Brauerei Feldschlösschen hat in St. Gallen auch dieses Jahr ihre Schwingerhütte aufgebaut. (Bild: Urs Bucher)

Gute Laune mit fremdem Bier: Die Aargauer Brauerei Feldschlösschen hat in St. Gallen auch dieses Jahr ihre Schwingerhütte aufgebaut. (Bild: Urs Bucher)

Man muss sie ein wenig suchen, die Schwing- und Älplerhütte der Brauerei Feldschlösschen. Im äussersten östlichen Zipfel des Olma-Geländes hat das Aargauer Unternehmen seinen Auftritt, schon zum achten Mal. Ein Wegweiser lotst die Messebesucherinnen und -besucher in Richtung «Feldschlösschen-Erlebniswelt». Auch direkt von aussen, von der St. Jakob-Strasse her, ist sie zu erreichen.

Dass sich die Aargauer Brauerei mitten im Schützengarten-Gebiet breit macht, das gefiel zu Beginn nicht allen. Eine Facebook-Gruppe rief gar zum Boykott auf. Feldschlösschen an der Olma, das schien so unpassend wie Senf auf der Bratwurst. Mittlerweile scheint sich die Aufregung gelegt zu haben. Friedlich prostet man sich an den metallenen Stehtischchen mit den Aargauer Brauereierzeugnissen zu. Eine Dame im Dirndl bedient den Zapfhahn und klärt verirrte Messebesucher auf: «Kaffee? Nein, Kaffee haben wir leider nicht.» Dafür stehen Brezeln bereit, Bier in vier Farben von dunkel bis blond, und Softdrinks für all jene, die nicht wegen des Alkohols hier sind.

Wesensstark und gutmütig

Auch die Pferde haben hier ihre Ruhe. Nero, Geronimo, Lord, Pouliche, Roli, Aramis, Fredy und Hektor heissen die belgischen Kaltblüter, die jeweils den Feldschlösschen-Wagen mit den 26 Bierfässern ziehen. Nicht nur an der Olma, sondern auch an der Muba in Basel und an der Bea in Bern ist das zehn Tonnen schwere Gespann jeweils unterwegs. Und in der Altstadt der Feldschlösschen-Heimat Rheinfelden liefern die Brauereipferde noch wie früher regelmässig Bier aus. Feldschlösschen pflegt diese Tradition. Seit fast 70 Jahren kauft die Brauerei die Tiere von der gleichen Familie in Westflandern. «Wesensstarke, gutmütige, menschenfreundliche Pferde» sollen es sein, wie es auf der Webseite heisst. Und fuchsbraun mit hellblonder Mähne, damit sie optisch gut in den Sechsspänner passen.

Ungerührt von den Besuchern

Jetzt ist die Kutsche mit den Bierfässern neben der Schwing- und Älplerhütte abgestellt, das Zaumzeug hängt daneben in einem Container. Geronimo & Co. ruhen sich in ihrem Zelt aus. Kaltblüter haben ein ruhiges Gemüt, das ist offensichtlich. Seelenruhig stehen die fast tonnenschweren Tiere in ihren Boxen, scheinbar ungerührt von den vielen grossen und kleinen Tierliebhabern, die kommen, um sie zu bestaunen: «Wunderschöni Ross!»

Jedes Pferd hat von Feldschlösschen einen kleinen Steckbrief erhalten, wie draussen vor dem Zelt zu lesen ist. Dort erfährt man nicht nur Geburtsjahr und Grösse, sondern beispielsweise auch, dass Nero auf der Weide gerne den Chef spielt, dass Hektor immer einen kühlen Kopf behält, und dass Fredy sowohl anschmiegsam als auch arbeitswillig ist.

Aramis gegen die Schwinger

Aramis, das erste Feldschlösschen-Pferd, das in der Brauerei geboren wurde, hat sogar ein eigenes Facebook-Profil. Fast 3500 Fans erfahren dort aus erster Hand, wo die Brauereipferde als nächstes zu sehen sind. An der Olma präsentieren sie sich morgen Mittwoch und am Donnerstag jeweils um 11.30 Uhr in der Olma-Arena. Und am Samstag, ebenfalls um 11.30 Uhr, wird Aramis dort sogar gegen (menschliche) Schwinger antreten. Wer danach noch Durst verspürt: Die «Feldschlösschen-Erlebniswelt» ist täglich von 9 bis 19 Uhr geöffnet.

Alles zur Olma auf www.tagblatt.ch/olma