Winterzauber
Eisarena in Rorschach findet statt: Der Verein Netzwerk richtet einen Hilferuf an die Bevölkerung, um den Verlust möglichst klein zu halten

Trotz Verschärfung der Coronamassnahmen des Bundes und der Kantone hat der Vorstand des Vereins Netzwerk beschlossen, die Eisbahn in Rorschach am See während sechs Wochen im Januar und Februar des kommenden Jahres anzubieten. Der Vorstand geht damit ein beträchtliches finanzielles Risiko ein und hofft auf möglichst zahlreiche Unterstützerinnen und Unterstützer.

Rudolf Hirtl
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Bild vom Eröffnungswochenende der Eisarena Rorschach im Januar 2020. Ein Jahr später verhinderte die Covid-Pandemie die Durchführung.

Bild vom Eröffnungswochenende der Eisarena Rorschach im Januar 2020. Ein Jahr später verhinderte die Covid-Pandemie die Durchführung.

Bild: Michel Canonica

Der Sankt Galler Eiszauber, die Wintermärchenlandschaft mit Schlittschuhwegen, Eisfeldern und Alp-Chalet, ist abgesagt (Bericht vom 9. Dezember). Allerdings nicht wegen Corona, sondern wegen Einsprachen im Baubewilligungsverfahren. Der Vorreiter des Eiszaubers ist jeweils im Januar/Februar am Bodensee zu finden. Bereits sieben Mal realisierte der Verein Netzwerk Rorschach die Eisarena am Seeufer in der Nähe des Hafenbahnhofs.

Im vergangenen Jahr verhinderte dann aber der Coronavirus auch das Schlittschuhlaufen am See. Nach der Verschärfung der Coronamassnahmen von vergangenem Freitag ist die Unsicherheit bei Veranstaltern nicht kleiner geworden. Der Verein Netzwerk der Region Rorschach will sich davon aber nicht unterkriegen lassen und hat an einer Grundsatzsitzung vom Samstag beschlossen, den Eislaufplatz in Rorschach am See während sechs Wochen im Januar und Februar des kommenden Jahres auf die Beine zu stellen. «Allerdings in etwas reduzierter Form», wie Bea Mauchle, Mitglied im siebenköpfigen Vorstand, sagt. So müsse etwa das gastronomische Angebot auf den Kioskbetrieb eingeschränkt werden. Ob dort auch warme Getränke ausgeschenkt werden, stehe noch nicht fest.

Da finanzielle Risiko für den Verein ist hoch

Die in den vergangenen Jahren jeweils schon Monate vor dem Anlass ausgebuchte Fondue-Beiz kann unter den gegebenen Umständen nicht angeboten werden. Damit wird auch die etwa 50 Tonnen schwere Almhütte, die jeweils in Einzelteilen aus Niederbayern an den Bodensee transportiert wurde, fehlen. Auch auf die geplante erweiterte Bar auf der Pavillonbühne muss verzichtet werden. Aufgebaut wird hingegen die 26 × 16 Meter grosse Eisfläche, die mit Banden längs und quer unterteilt werden kann, wodurch sich Eisstockschützen und Ballerinas nicht in die Quere kommen.

Das Holzchalet im Hintergrund wird diesen Winter nicht aufgestellt.

Das Holzchalet im Hintergrund wird diesen Winter nicht aufgestellt.

Bild: Rudolf Hirtl

«Der Beschluss ist uns im Bewusstsein, dass wir mit diesem Entscheid ein beträchtliches finanzielles Risiko eingehen, nicht leichtgefallen», sagt Bea Mauchle. Das sei auch der Grund, warum das Netzwerk einen Aufruf an die ganze Bevölkerung richte, den Verein finanziell in Form eines Sponsorings oder eines Beitritts zur Mitgliedschaft Netzwerk zu unterstützen. Bea Mauchle sagt:

«Die Miete und das Betreiben der Eisbahn sind sehr teuer. Mit dem reduzierten gastronomischen Angebot müssen wir mit markanten Umsatzeinbussen rechnen.»

Eine Situation, welche die Gesamtfinanzierung herausfordere. Spontane Unterstützer sind daher aufgerufen, sich an Markus Wanner, den Präsidenten des Netzwerkes Rorschach, zu wenden; am einfachsten unter der Telefonnummer 079 347 28 85.

Die Eisarena Rorschach wird am Rorschacher Seeufer beim Pavillon aufgestellt.

Die Eisarena Rorschach wird am Rorschacher Seeufer beim Pavillon aufgestellt.

Bild: Michel Canonica (Januar 2020)

«Wir wollen etwas für die Kinder machen»

Der Vorstand sei überzeugt davon, mit der Eisarena der Bevölkerung der Region Rorschach während der Wintermonate die Möglichkeit zu bieten, mit der Familie oder Freunden die Zeit auf und neben dem Eis zu verbringen. Im Besonderen auch den vielen Schulkindern, draussen an der frischen Luft zu sein. Auch in Anbetracht dessen, dass viele Kinder kaum mehr zum Skifahren in die Skiferien oder in ein Skilager gehen könnten, sei ein solches alternatives Angebot entscheidend. Der Vorstand vom Netzwerk ist überzeugt:

«Wir haben den Mut und den Durchsetzungswillen und hoffen – ja rechnen gar – mit Ihrer Beteiligung und Unterstützung. Honorieren Sie diese tolle Wintersport-Gelegenheit vor der Haustür mit einem Besuch und vielleicht auch ein paar Kurven auf dem Eis!»
Weihnachtsmacherin Bea Mauchle vor der Laterne auf dem Lindenplatz in Rorschach

Weihnachtsmacherin Bea Mauchle vor der Laterne auf dem Lindenplatz in Rorschach

Bild: Benjamin Manser

Den Entscheid des Vorstandes, die Eisarena durchzuführen, sieht Bea Mauchle auch ein wenig als Gegensteuer gegen den «Coronablues», der die Bevölkerung immer mehr belaste. «Wir wollen nicht in diesen Strudel geraten. Wenn es die Massnahmen zulassen, werden wir den Anlass auf jeden Fall durchziehen», sagt Mauchle, die als Präsidentin des Vereins «Weihnachten in Rorschach» auch die Adventsanlässe auf dem Lindenplatz mitgestaltet. Trotz Abstandsregel und Maskenpflicht zeigten sich die Besucherinnen und Besucher dankbar, dass die abendlichen Konzerte, Lesungen und Chorgesänge beim Öffnen der Adventsfenster stattfinden würden. Sie sagt:

«Entmutigen oder demotivieren lassen sich die Leute wegen Corona nicht. Wir spüren sogar eine wachsende Hilfsbereitschaft.»

Einer der Höhepunkte findet am Donnerstag, 23. Dezember, statt, wenn sich um 18.30 Uhr jeder das Friedenslicht am Lindenplatz holen kann.

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