Salzkorn
Pralle Backen

Wer in die Badi geht, sieht die nackte Wahrheit.

Melissa Müller
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Illustration: Corinne Bromundt

Eine Freundin aus Bayern geht seit diesem Sommer demonstrativ barbusig in die Badi. Als Protest gegen das diskriminierende Oben­ohne-Verbot. Denn warum sollen sich Frauen in Bikinis zwängen, während Männer das Glück befreiter Brüste geniessen?

Bis zur Gleichstellung der Oberkörper ist es noch ein weiter Weg. Statt dessen wird ein anderer Körperteil zur Schau gestellt, der mit Tabus behaftet ist. Rund und sanft wiegend zieht er die Blicke auf sich: Der weibliche Hintern.

Der Tanga ist zurück. Das Höschen, das mehr zeigt als verhüllt, gehört nicht mehr nur zum Strandbild von Rio des Janeiro, sondern wird auch in der Badi Rotmonten und am Bodensee getragen. Wohin man auch schaut, ragen einem nackte Halbkugeln entgegen: Kleine, feste Apfelpobacken, knochige, flache Hintern, wabbelige Schinken, ausladende Hüften mit Füdli im XXL-Format, faltige Hängebacken. Wenn der blanke Hintern eine solch breite Akzeptanz findet, warum dann nicht auch der Busen?