Erneuerbare Energie
Stromproduktion im Rheintal soll angekurbelt werden, nun werden Dächer für weitere Solaranlagen gesucht

Die Solargenossenschaft Rheintal blickt optimistisch in die Zukunft. In diesem Jahr wird mehr Strom produziert. «Das gute Wetter hat zur Folge, dass wir dieses Jahr wieder deutlich mehr Strom produzieren können», betonte Präsident Tobias Schmid.

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Solarzellen sollen auf den Dächern des Rheintals montiert werden, um die Energieproduktion zu steigern.

Solarzellen sollen auf den Dächern des Rheintals montiert werden, um die Energieproduktion zu steigern.

Bild: Christian Beutler/Keystone

An der Versammlung der Solargenossenschaft Rheintal referierte Christian Eisenhut von der Energieagentur St.Gallen zum Thema «Ist unsere Zukunft tatsächlich elektrisch?» Seine Antwort lautet: «Ja». Die Stromproduktion muss aber auf verschiedenen Beinen stehen. Dabei spielen Solargenossenschaften mit ihren relativ grossen Anlagen eine wichtige Rolle.

Christian Eisenhut von der Energieagentur referierend.

Christian Eisenhut von der Energieagentur referierend.

Bild: PD

Die Solargenossenschaft Rheintal produzierte im letzten Jahr 200000 kWh Strom. Das entspricht dem Bedarf von mehr als 40 Vier-Personen-Haushalten. Die Produktion im Jahr 2021 lag rund sieben Prozent unter jener des Vorjahres. Der schlechte Sommer 2021 wirkte sich deutlich auf die Menge an gewonnener Energie aus. Für das kommende Jahr ist man optimistisch, teilt die Genossenschaft mit: «Das gute Wetter hat zur Folge, dass wir dieses Jahr wieder deutlich mehr Strom produzieren können», betonte Präsident Tobias Schmid.

Die Anlage auf dem Dach der Köppel AG in Berneck funktioniere reibungslos. Mit verschiedenen Liegenschaftseigentümern und -eigentümerinnen sei man im Gespräch, um eine weitere Anlage zu realisieren. Die Entschädigungen für Solarstrom sind im Rheintal im Vergleich zu anderen Regionen tief. Trotzdem ist der Rechnungsabschluss positiv und das Genossenschaftskapital kann mit 1,5 Prozent verzinst werden. Rechnung, Budget und Jahresbericht waren rasch erledigt. Mit Applaus wurde der Vorstand, dem Meinrad Gschwend (Altstätten), Stefan Hasler (Altstätten), Otto Mattle (Rebstein), Tobias Schmid (Oberriet) und Urs Sutter (Marbach) angehören, bestätigt.

Fotovoltaik spielt zentrale Rolle

Im Anschluss richte Christian Eisenhut seinen Blick in die Zukunft. Mit Sicherheit werde der Stromverbrauch ansteigen. Die Energieperspektiven 2050 würden vorsehen, dass die Stromproduktion vor allem auf zwei Säulen beruhe: Wasserkraft (53%) und Fotovoltaik (43%). Die Elektrifizierung sei der Schlüssel für die künftige Wärmeerzeugung und für die Mobilität. Zentral ist dabei die Frage, woher der Strom komme. Fotovoltaik spiele da eine zentrale Rolle, so der Energiefachmann. «Je diverser die Stromproduktion ist, umso mehr kann die Versorgungssicherheit gesteigert werden», sagte Eisenhut.

Wichtig sei zudem grundsätzlich, Energie zu sparen. Velofahren im Nahbereich helfe auch beim Sparen. Beispielhaft nannte der Experte die Rad­verkehrsstrategie in Vorarlberg, die eine positive Kettenreaktion ausgelöst habe. (pd)