Kolumne
Lü: Kinder im Feuer

Silvan Lüchinger schreibt in seiner Kolumne Lü über die vergangene Woche und fasst zusammen, was ihm dabei ins Auge gestochen ist.

Silvan Lüchinger
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Silvan Lüchinger.

Silvan Lüchinger.

Bild: Coralie Wenger

«Murat Yakin hat die Identität im Training des Schweizer Nationalteams erhöht» – Damit die Kerle endlich merken, für welches Land sie spielen.

«Klausschiessen mit Spaghetti» – Für die Kläuse weniger gefährlich als Kugeln.

«Zwei Personen nach Crash in Davos mit Sommerpneus verletzt» – Die Polizei sucht Zeugen: Wer hat den Verletzten die Pneus angeworfen?

Noch ist die Situation nicht dramatisch. Aber da und dort ist doch erkennbar, dass es schwieriger wird, abtretende Feuerwehrler zu ersetzen. Die drei Gemeinden Wittenbach, Häggenschwil und Berg geben Gegensteuer. Bereits Kinder ab der fünften Klasse erhalten Gelegenheit, das Handwerk eines Feuerwehrmanns oder einer Feuerwehrfrau zu erlernen. Dies unter dem Titel Junior Fire Team 93. «Kinderfeuerwehr» wäre ja auch gar langweilig.

«So gehen die Viren und Bakterien schnell von Tier zu Tier, sie werden krank, oft gibt es Lungenentzündungen.» – Irgendwie tröstlich, dass auch Krankmacher krank werden können.

«Ach ja, das Schiff bleibt im Hafen stehen und fährt nicht aus.» – Nur liegen wäre noch schiffsgerechter.

Die Erweiterung des Schulhauses Auholz in Sulgen kostet 400'000 Franken mehr als angenommen. Lehnen die Schulbürger den Nachtragskredit ab, können nur die beiden zusätzlichen Klassenzimmer fertiggestellt werden – der Anbau bleibt im Rohbau stehen. Und aus den Fensterlöchern klingt Beethovens Unvollendete.

«Ich habe lieber eine Wildsau aus unserem Tierpark auf dem Teller als einen Hirsch aus Neuseeland.» – Dem Hirsch aus Neuseeland wird’s recht sein, aber mit der Wildsau ist das zweifellos nicht abgesprochen.

Die Naturbasisstufe in Meggen ist die erste und einzige öffentliche Waldschule der Schweiz – und eigentlich ein voller Erfolg. Doch jetzt haben Schulleitung und Gemeinde das Aus verkündet. Die Beanspruchung von Wald und Waldrand überschreite das vertretbare Mass, heisst es in der Begründung. Ganz in der Nähe des Waldschule-Areals dürfen hingegen ab 2023 Schweine durch den Wald trampeln, während das den Kindern ab nächstem Sommer verwehrt bleibt. Das ist gut zu begründen: Schweine lassen sich im Herbst gewinnbringend verkaufen. Mit Kindern ist das verboten.