Wuppenau
Um den Verein jung zu halten, tritt der Gründungspräsident zurück

Nach 26 Jahren im Amt gibt Hanspeter Gantenbein das Präsidium des Waldvereins Wuppenau weiter. Der Verein geniesst auch nach über einem Vierteljahrhundert noch einen sehr grossen Rückhalt.

Johanna Lichtensteiger
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Hanspeter Gantenbein, Gründungspräsident des Waldvereins Wuppenau steht vor dem Biotop in der Nähe von Wuppenau.

Hanspeter Gantenbein, Gründungspräsident des Waldvereins Wuppenau steht vor dem Biotop in der Nähe von Wuppenau.

Bild: Benjamin Manser

«Eigentlich ist Waldverein der falsche Name. Die Projekte des Vereins sind so vielfältig», sagt Hanspeter Gantenbein, Gründungspräsident des Vereins in Wuppenau. Die Gründung des Vereins ging Hand in Hand mit der Revision der René-Moser-Stiftung, welche der langjährige Gemeindepräsident veranlasste. Er sagt: «Im Zweiten Weltkrieg wurde ein junger Leutnant der amerikanischen Luftwaffe abgeschossen, René Moser. Seine Vorfahren kamen aus der Region und nach seinem Tod stellte seine Mutter überraschen fest, dass sie Waldbesitzerin ist.»

Dies habe die trauende Mutter dazu veranlasst, eine Stiftung zu Ehren ihres Sohnes ins Leben zu rufen. «Mit dem Ertrag aus der Waldbewirtschaftung sollte minderbemittelten, tüchtigen Bürgersöhnen geholfen werden und sie sollten Unterstützung bei der Ausbildung erhalten», sagt Gantenbein. «Anfänglich wurde das dann auch so umgesetzt.»

Nach einigen Jahren habe sich dieses Vorgehen jedoch geändert. «Zu meiner Amtszeit als Gemeindeammann von Wuppenau gab es bereits Lehrlingslöhne und Stipendien. Somit war eine zusätzliche Unterstützung nicht mehr nötig, zudem sanken die Holzpreise und die Waldarbeit wurde immer teurer», sagt der 67-Jährige.

Hanspeter Gantenbein auf dem damals neuen Barfussweg in Wuppenau im Jahr2009.

Hanspeter Gantenbein auf dem damals neuen Barfussweg in Wuppenau im Jahr
2009.

Bild: Stefan Schaufelberger

Unterstützungsbeiträge zu Gunsten der Wuppenauer Jugendarbeit wollte er jedoch weiterhin auszahlen und gründete deshalb den Waldverein für den Frondienst. Viele Freiwillige machten mit. «Wir waren etwa 40 Frauen und Männer. Junge, motivierte Familien», erinnert sich Gantenbein.

Ein Verein, viele Projekte

«Als die Waldarbeit mit der Zeit Schwerstarbeit wich, drohte die Abwanderung der Frauen aus dem Verein. So griffen wir neue Projekte auf.» Darunter die Betreuung eines neuen Rebbergs, die Erstellung eines Weiherbiotops und neuen Verbindungswegen oder den Aufbau des Barfuss- und Laternliwegs. Der Verein vereint mit seinen Aufgaben Frauen, Männer und Familien. «Ich unterstütze auch immer gerne kleine Einzelprojekte, zum Beispiel einen Kulturanlass. Solche Ideen kommen glücklicherweise heute noch», sagt der 26 Jahre amtierende Präsident.

Es sei eine grossartige Zeit mit vielen lustigen Anlässen gewesen. Gemeinsame Anlässe seien besonders wichtig, um die Beteiligten der verschiedenen Projekte wieder zusammenzuführen, sagt Gantenbein.

«Als Präsident muss man den Überblick behalten und allen zeigen, dass jedes Projekt ein Teil des Vereins ist.»

Finanzielle Herausforderungen oder die Gefahr von zu wenig Beteiligten seien dem Verein nie begegnet. «Wir wurden seit dem Anfang von allen Seiten unterstützt. Einmal bekamen wir sogar ein Stück Wald geschenkt.»

Eine Stärke des Vereins liege darin, dass man sich nicht zu wöchentlichen Arbeiten verpflichte und die Kinder dabei sein können, sagt der Wuppenauer. «Deshalb eignet er sich besonders für Neuzuzüger und gerade in der Coronazeit hatten wir viele Beitritte. Jetzt sind es etwa 70 Aktive.»

Verjüngung für den Verein

«Ich als Büroarbeiter habe einfach Baumrugel herumgerollt», sagt er lachend. Es sei beeindruckend, wie nun die jungen Männer mit Forstausbildung arbeiten. Er selbst werde weiter mithelfen, wo er könne. Doch der Verein müsse jung bleiben.

Hanspeter Gantenbei ist Gründungspräsident des Waldvereins Wuppenau.

Hanspeter Gantenbei ist Gründungspräsident des Waldvereins Wuppenau.

Bild: Benjamin Manser
«Ich liebe den Verein und wäre bereit, noch weitere 26 Jahre Präsident zu sein. Doch gerade weil ich ihn so gern habe, will ich für einen sauberen Übergang sorgen.»

Die 27. Hauptversammlung steht am Freitag, 29. Oktober, an. Dort wird entschieden, ob Adrian Koch das Präsidentenamt übernimmt. Hanspeter Gantenbein sagt, Koch sei motiviert und engagiert, mit Leuten wie ihm sehe die Zukunft des Vereins sehr gut aus.

Hinweis: Sämtliche Projekte werden auf der Homepage www.waldverein.ch gezeigt.