SULGEN
Letzter Ton für Dionys Tschopp: Der Trompeter nimmt ein Musikstudium in Angriff

Die Musikgesellschaft Sulgen lud am Samstag zur Abendunterhaltung ein. Gewidmet war sie Dionys Tschopp, der den Verein für vier Jahre verlässt, um in Mainz zu studieren.

Monika Wick
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Das Korps der Musikgesellschaft Sulgen beim Konzert im Auholzsaal.

Das Korps der Musikgesellschaft Sulgen beim Konzert im Auholzsaal.

Bild: Monika Wick (Sulgen, 23. April 2022)

Hinter den Mitgliedern der Musikgesellschaft Sulgen liegt eine aufregende Zeit. Wegen der Pandemie konnten sie lange Zeit nicht auftreten. Daniela Schümperli hatte die Leitung des Orchesters an Julia Wyser und Anja Signer das Vereinspräsidium an Philipp Schenk übergeben. Der neue MGS-Präsident erklärte zu Beginn der Abendunterhaltung, zu welcher der Verein in den Auholzsaal eingeladen hatte:

«Nun steht uns ein weiterer Abgang bevor. Dionys Tschopp verlässt uns nach der Musikunterhaltung für rund vier Jahre, um in Mainz das Trompetenstudium zu absolvieren.»

Um Tschopp gebührend zu verabschieden und auf die Reise zu schicken, hatte die Musikkommission das Motto «Der letzte Ton» gewählt. Bevor aber die Musikgesellschaft ihr Programm präsentierte, stellte die Jugendmusik Aach-Thur-Land ihr Können unter Beweis. Unter der Leitung von Sarah Bächi spielte sie Stücke aus verschiedensten Musikrichtungen und erntete dafür tosenden Applaus, den sie wiederum mit einer Zugabe verdankte.

Auf einmal suchen alle das Trompetenventil

Der Beginn des Konzerts der Musikgesellschaft Sulgen verlief nicht reibungslos. Das Ventil von Dionys Tschopps Trompete war verschwunden, vorauf er kurzerhand auf ein Instrument der Guggenmusik zurückgreifen musste. Eingebettet in ein abwechslungsreiches Musikprogramm, machten sich die Orchestermitglieder Daniel Wintsch als Privatdetektiv Josef Matula und Markus Uhr als Rechtsanwalt Rainer Frank, beides Charaktere aus der Fernsehsendung «Ein Fall für zwei», auf die Suche nach dem verloren gegangenen Teil.

Mittels Whatsapp-Nachrichten konnte sich auch das Publikum an der Suche beteiligen. Für die passende musikalische Untermalung des Geschehens sorgten Stücke wie «The Best Of Bond», «Mission Impossible» oder «Crime Time», ein Medley aus Titelmelodien bekannter Krimiserien. Passend dazu tauschte die Musikgesellschaft für den zweiten Teil des Konzerts ihre Uniform gegen Kostüme. Für Erstaunen sorgte die Mitteilung, dass Julia Wyser eigens für den Abschied von Dionys Tschopp das Stück «Der letzte Ton» komponiert hatte – was, wie sich herausstellte, auch nicht aus mehr als einem Ton bestand.

Gegen Ende gelang es einer Person aus dem Publikum, Klarinettistin Martina als Diebin des Ventils zu entlarven. Sie wurde dafür mit einer Flasche Alkohol belohnt. Das Programm schien dem Publikum gefallen zu haben. Mit tosendem Applaus und Jubelrufen forderte es Zugabe um Zugabe, die es mit «Ohne Krimi geht die Mimi nicht ins Bett» oder dem «Thurgauerlied» auch erhielt. Nach dem «Allerletzten Ton» ging der Abend definitiv zu Ende – jedenfalls für die, die es nicht in die Bar zog.