Defizit
Die Weinfelder Schulgemeinden rechnen mit einem Minus von drei Millionen Franken

Auch im Jahr 2021 wollen die Primarschulgemeinde und die Sekundarschulgemeinde Weinfelden ihr Eigenkapital abbauen. Dazu gibt es grosse Veränderungen bei den Steuerfüssen.

Mario Testa
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Schulpräsident Thomas Wieland und Schulsekretär René Diethelm besprechen im Präsidenten-Büro die Budgets 2021.

Schulpräsident Thomas Wieland und Schulsekretär René Diethelm besprechen im Präsidenten-Büro die Budgets 2021.

Bild: Mario Testa (Weinfelden, 15. Dezember 2020)

Bei der Sekundarschulgemeinde sinkt der Steuerfuss um sechs Prozentpunkte, bei der Primarschulgemeinde geht er dafür um acht Prozentpunkte hoch. Es sind grosse Änderungen, welche die beiden Weinfelder Schulgemeinden ankündigen für das kommende Jahr. «Auslöser für diese Anpassungen ist der neue Finanzausgleich», sagt Schulsekretär René Diethelm.

«Während die Sekundarschulgemeinden im Thurgau ab kommendem Jahr deutlich weniger abliefern müssen, steigen in diesem Bereich die Beiträge für die Primarschulgemeinden.»

So kommt es also, dass die Behörde den Steuerfuss für die Sekundarschulgemeinde auf 27 Prozent senken, jenen der Primarschulgemeinde im Gegenzug auf 57 Prozent erhöhen will. «Wir haben diesbezüglich auch mit der Stadt Weinfelden Gespräche geführt. Sie will den Gemeindesteuerfuss um zwei Prozentpunkte senken – so bliebe der Gesamtsteuerfuss für die Weinfelderinnen und Weinfelder gleich», sagt Thomas Wieland, der seit diesem Sommer die Präsidien beider Schulgemeinden innehat.

Angesichts der hohen anstehenden Abschreibungskosten auf die neuen Schulhäuser der Primarschule sei dieser Systemwechsel zum jetzigen Zeitpunkt natürlich nicht ideal, sagt Schulsekretär René Diethelm. «Der Zeitpunkt ist eher unglücklich, aber wir können ihn natürlich nicht ändern. Alles in allem ist aber der deutlich gesunkene Anteil der Zahlungen der Sekundarschulgemeinde in den kantonalen Ausgleich sicher auch eine grosse Erleichterung.»

Bewusst tiefrote Zahlen

Das Budget der Sekundarschulgemeinde rechnet für das Jahr 2021 mit einem Defizit von 1,07 Millionen Franken, dasjenige der Primarschulgemeinde gar mit 2,00 Millionen. Diese tiefroten Zahlen habe man bewusst budgetiert, sagt Thomas Wieland.

«Denn unser Ziel ist es nach wie vor, Eigenkapital abzubauen.»

Derzeit betrage das Eigenkapital der Primarschule rund elf, dasjenige der Sekundarschule gut fünf Millionen Franken. Beides seien zu hohe Werte und deshalb gelte es, diese in den kommenden Jahren abzubauen.

Versammlung im Rathaus

Über das Budget und zwei Kreditanträge entscheiden die Stimmberechtigten am 27. Januar anlässlich der Schulgemeindeversammlungen im Rathaus Weinfelden. «Wir hoffen, die Versammlung durchführen zu können», sagt Thomas Wieland. Aber die Behörde habe sich auch mit Alternativen beschäftigt. «Sollte es nicht klappen im Januar, werden wir versuchen, die Versammlungen am 7. März nachzuholen. Dann finden ohnehin die Gesamterneuerungswahlen der Behörde statt.»

Die Frist für die Meldung von Kandidierenden für die Behördentätigkeit läuft noch bis am 11. Januar. In der 9-köpfigen Primarschulbehörde gibt es eine Vakanz, da Paul Vogt nach acht Jahren nicht mehr zur Wahl antritt. In der 11-köpfigen Sekundarschulgemeinde gibt es durch den Abgang von Marlise Bornhauser und Michel Carrillo gleich zwei Vakanzen. «Die Parteien sind über diese Vakanzen informiert und werden in den kommenden Wochen ihre Kandidaten präsentieren. Ich bin optimistisch, dass wir genug Kandidierende haben werden für die Wahlen», sagt Wieland.

Investitionen

Eine Viertelmillion für die Informatik

Die Sekundarschulgemeinde Weinfelden entscheidet an der Versammlung vom 27. Januar im Rathaus Weinfelden nebst dem Budget auch über einen Kredit in der Höhe von 235'000 Franken. Mit dem Geld sollen für beide Jahrgänge im Sekundarschulhaus Thomas Bornhauser Computer angeschafft werden. «In der Weitsicht Märstetten und im Pestalozzi Weinfelden haben bereits alle Schüler ihre 1:1-Ausrüstung», sagt Schulpräsident Thomas Wieland. Nun sollen auch noch die Jugendlichen im Thomas-Bornhauser-Schulhaus je einen mobilen Rechner erhalten – ein sogenanntes Convertible, also halb Laptop, halb Tablet. «Diese Anschaffung haben wir geplant, ohne dass da die Coronasituation mit rein gespielt hat. Dank der Anschaffung für zwei Jahrgänge in einem Zug sparen wir uns jedoch eine Ausschreibung und zudem sind dann alle Geräte gleichwertig, die ändern sich ja fast jedes Jahr», sagt Wieland.