Münchwiler Gemeinderätin verlässt SVP und ist nun parteilos

Zu den Münchwiler Gesamterneuerungswahlen vom 10. Februar trat Susanne Falk als SVP-Vertreterin an. Nun ist die Partei nicht mehr im Gemeinderat vertreten.

Olaf Kühne
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Susanne Falkparteilose Münchwiler Gemeinderätin

Susanne Falk
parteilose Münchwiler Gemeinderätin

«Aufgrund grundsätzlicher Differenzen». Diese Formulierung lässt fast immer aufhorchen. So auch im Fall der Medienmitteilung der SVP Münchwilen. Darin berichtet Parteipräsidentin Priska Peter eigentlich von der jüngst abgehaltenen Jahresversammlung der Ortspartei (siehe Kasten). Im zweiten Absatz des Textes schreibt Peter indes von den besagten Differenzen, welche die Mitgliederversammlung im vergangenen November dazu veranlasst hätten, die einzige SVP-Vertreterin im Münchwiler Gemeinderat, Susanne Falk, bei den Gesamterneuerungswahlen vom 10. Februar «nicht mehr zu unterstützen».

«Eigentlich ist die ganze Geschichte lächerlich.»

Diese Verweigerung einer Wahlempfehlung oder gar -unterstützung gelangte indes nicht an eine breitere Öffentlichkeit – zumindest verzichtete damals die Ortspartei darauf, die Medien zu informieren.

Mit schlechtestem Resultat wiedergewählt

Susanne Falk wurde am 10. Februar denn auch für eine zweite Legislatur in die Münchwiler Gemeindeexekutive gewählt – zwar mit dem schlechtesten Resultat des siebenköpfigen Gremiums, aber mit 379 Stimmen dennoch weit über dem absoluten Mehr von 290 Stimmen. «Kurz nach ihrer Wiederwahl in den Gemeinderat ist Susanne Falk darum aus der Partei ausgetreten», schreibt SVP-Präsidentin Peter weiter. Tatsächlich weist die Münchwiler Gemeindewebsite Falk inzwischen als «parteilos» aus.

«Die SVP ist nach wie vor meine Partei, ihr Gedankengut teile ich voll und ganz.»

Doch worum handelt es sich bei diesen «grundsätzlichen Differenzen»? Auf Anfrage unserer Zeitung hört Susanne Falk erstmals von der fraglichen Medienmitteilung. Und sie stellt umgehend klar: «Die SVP ist nach wie vor meine Partei, ihr Gedankengut teile ich voll und ganz.» So hätten denn auch keine politischen oder inhaltlichen Differenzen bestanden. Denn wie die meisten Kommunalpolitiker sagt auch Falk: «Wir machen im Gemeinderat keine Parteipolitik, bei uns geht es um die Sache.» Man treffe sich als Münchwiler Gemeinderat alle zwei Wochen für ein paar Stunden, da bleibe gar keine Zeit für Parteiengeplänkel.

An zwei Parteianlässen nicht teilgenommen

Die Differenzen bestünden zwischen ihr und der Münchwiler Parteileitung, erklärt Susanne Falk weiter. Aber nicht wegen politischer Fragen, sondern: «Mir wurde angekreidet, dass ich vergangenes Jahr an zwei Parteianlässen nicht teilgenommen hatte, am Grillabend und am Jahresapéro.» Für beide Anlässe habe sie sich aus beruflichen Gründen abmelden müssen. Ihr politischer Leistungsausweis aus ihrer ersten Legislatur sei hingegen nicht in Frage gestellt, zu ihrem Bedauern an der fraglichen Mitgliederversammlung aber auch nicht thematisiert worden.

Bezüglich ihrer politischen Arbeit verweist Falk – sie verantwortet das Ressort «Öffentliche Sicherheit» – auf die gelungene Integration der Bettwieser Feuerwehr in die Stützpunktfeuerwehr Münchwilen. Und sie betont: «Eigentlich ist die ganze Geschichte lächerlich!» Denn für sie stehe im Vordergrund, dass sie ihre Arbeit im Münchwiler Gemeinderat sehr gerne mache – nun halt einfach als Parteilose.

SVP-Präsidentin Priska Peter war am Freitag für unsere Zeitung nicht erreichbar.

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