Solothurn

Neue Variante entschärft Solothurner Schulraumfrage

Das «Hermesbühl»: Viel Platz und kaum Schüler. Doch mit der Schulraumplanung soll sich das bald ändern. Andreas Kaufmann/Archiv

Das «Hermesbühl»: Viel Platz und kaum Schüler. Doch mit der Schulraumplanung soll sich das bald ändern. Andreas Kaufmann/Archiv

In Solothurn drücken künftig die Fünft- und Sechstklässler nur noch im «Hermesbühl» oder «Brühl» die Schulbank.

Die Zahlen sprechen für sich, die Lösung scheint naheliegend: Das «Hermesbühl» bietet seit dem Auszug der Oberstufe Platz für 17 der insgesamt 35 Primarklassen der Stadt. Unterrichtet wurden dort im vergangenen Schuljahr lediglich deren 6. Derweil wird es in absehbarer Zeit oder bereits jetzt eng an anderen Stadtschulen. Unter anderem für dieses Ungleichgewicht soll die Schulraumplanung Abhilfe schaffen.

Am Dienstag beschäftigte das Thema auch den Gemeinderat, weswegen es als eigenes Traktandum neben der Schulenplanung behandelt wurde. Mehrere Varianten waren im Vorfeld durch eine Arbeitsgruppe geprüft worden, eine davon überzeugte alle Fraktionen: So sollen die Primarklassen bis zur vierten in alle fünf Schulhäuser verteilt, aber die fünfte und sechste Primarklasse im «Hermesbühl» und «Brühl» zusammengezogen werden.

Noch vor zweieinhalb Jahren war ein ähnlicher von Schuldirektorin Irène Schori unterbreiteter Vorschlag im Rat zurückgewiesen worden, unter zahlenreicher Anwesenheit betroffener Eltern.

Pragmatismus statt pädagogische «Traumvariante»

«Damals waren die Entscheidungsgrundlagen intransparent, und es wurden keine Varianten vorgeschlagen», was heute anders sei, so Anna Rüefli (SP). Dies jetzt sei dennoch nicht die «Traumvariante», weil der Grundgedanke der sozialen Durchmischung fehle. Gerade dieser hatte aber damals für besagten Aufruhr unter Eltern gesorgt, weil die fünften und sechsten Klassen damit komplett neu zusammengewürfelt worden wären. «Heute liegt der Fokus pragmatisch auf dem Schulraumaspekt statt auf der pädagogischen Idee der Durchmischung», bestätigte Schori.

«Gute und ausgewogene Lösung»

Jedenfalls sprach sich der Rat einheitlich für diese Variante aus, weil die Schulwege zumutbar und die Raumnutzung optimiert seien. «Pädagogische und organisatorische Kriterien sind erfüllt», so Marianne Urben (Grüne). Und als «gute und ausgewogene Lösung zwischen Stufenschulen und Quartierschulen» bezeichnete es Barbara Streit-Kofmel (CVP). Gar für die «mit Abstand beste Lösung» hält Roberto Conti (SVP) die Variante. «Während des Prozesses muss die Kosten-Nutzen-Frage dennoch stets gestellt werden», mahnte Martin Tschumi (FDP), wenngleich immer das Wohl der Kinder im Vordergrund stehe.

Dauerthema Schulraumplanung

Umgesetzt werden soll die Planung fortlaufend, wie Stadtbaumeisterin Andrea Lenggenhager bestätigte; will heissen, wenn es die Situation erfordere, spätestens aber mit der Schaffung neuer Klassen oder anfallenden Schulhaussanierungen.

Dass die Schulraumplanung ohnehin ein Dauerthema bleiben wird, zeigt ein Ausblick. Um 2023/24 dürften die Schulräume knapp werden. Lenggenhager rechnete vor: Man schätzt bis dahin ein Plus von 265 Schülern oder zehn Schulklassen. Über den Zeithorizont der kommenden 25 Jahre sei zudem mit einem Investitionsbedarf bei allen Schulbauten von total 103 Mio. Franken zu rechnen. Die Schulraumplanung sei wichtig, um angesichts dieser Kosten keine Fehlinvestitionen zu tätigen.

Keine Infrastruktur – kein Schulschwimmobligatorium

Ferner dürfte ein Dauerbrenner-Thema – der obligatorische Schwimmunterricht – mit der gestrigen Sitzung ein vorläufiges Ende erreicht haben. Unisono gelangten nämlich alle eingeholten Expertisen zum gleichen Fazit: Ohne Hubboden in der Pädagogischen Hochschule (PH) oder ohne Lehrschwimmbecken – kein Obligatorium.

Die SP-Fraktion äusserte in der anschliessenden Abstimmung durch Enthaltung ihre Enttäuschung – und monierte die fehlenden Infrastrukturen. Von anderer Seite wurde auf private Möglichkeiten oder schulische Eigeninitiativen hingewiesen, zumindest mit älteren Primarklassen Schwimmunterricht abzuhalten.

15-Jahre-Miete fürs Hallenbad

Gleich im Anschluss stellte der Rat eine dafür geeignete Infrastruktur sicher: Er hiess einen über 15 Jahre laufenden Mietvertrag mit dem Kanton Solothurn als Vermieterin des PH-Hallenbades gut. Für ihren Teil rechnet die Stadt mit Bruttojahreskosten von 365 000 Franken. Genutzt werden soll das Hallenbad für Vereine, Schulen und die breite Öffentlichkeit.

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