Übernahmen
Schweizer Firmen gehen in der Pandemie auf Einkaufstour

2021 war das Jahr der Fusionen und Übernahmen. In den letzten Jahren gab es noch nicht so viele Deals mit Schweizer Beteiligung wie im zweiten Pandemiejahr. Die grösste Dynamik herrschte in der Pharmabranche.

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Die Novartis verkaufte während der Pandemie ihre Roche-Anteile an Roche selbst.

Die Novartis verkaufte während der Pandemie ihre Roche-Anteile an Roche selbst.

Keystone

Im Vergleich zum Vorjahr hat sich die Zahl der Transaktionen mit Schweizer Beteiligung 2021 von 363 auf 604 fast verdoppelt. Das sind so viele wie in den letzten zehn Jahren. Das zeigt die am Montag veröffentlichte Studie von KPMG. Das Beratungsunternehmen führt die hohe Dynamik auf die tiefen Zinsen, die hohe Liquidität im Markt und die generell positive Marktstimmung zurück.

Die Studie räumt auch mit dem landläufigen Narrativ auf, wonach Schweizer Firmen zunehmend in ausländische Hände übergehen. So griffen letztes Jahr in 279 Fällen hiesige Unternehmen nach ausländischen Firmen, während das umgekehrt 141 Mal der Fall war. Fusionen und Übernahmen innerhalb der Schweiz machten dabei einen Fünftel aller Transaktionen aus.

Unterschiede zeigen sich auch nach Wirtschaftszweig. Vier der zehn grössten letztjährigen Deals stammen aus der Pharma- und Life Sciences-Branche. Das Transaktionsvolumen hat sich in diesem Sektor mehr als verneunfacht: von rund 6 auf 56 Milliarden Dollar. Allerdings fällt hierbei vor allem ein Fall ins Gewicht. So verkaufte Novartis seine Roche-Anteile an Roche zurück. Kostenpunkt: 21 Milliarden Dollar. (rwa)