Streit um Geschäftsmieten
Migros erlässt Hälfte der Miete für zweiten Lockdown

Der Detailhändler Migros kommt seinen Geschäftsmietern entgegen und erlässt ihnen die Hälfte der Miete für den Lockdown anfangs 2021.

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Migros will laut eigenen Angaben mit dem Mieterlass die Geschäfte in seinen Liegenschaften entlasten. (Symbolbild)

Migros will laut eigenen Angaben mit dem Mieterlass die Geschäfte in seinen Liegenschaften entlasten. (Symbolbild)

Keystone

(dpo) Der orange Riese erlässt Geschäften, die zwischen dem 18. Januar und dem 28. Februar 2021 von den behördlich beschlossenen Betriebsschliessungen betroffen waren, 50 Prozent der Miete. Die Migros-Genossenschaften haben den Mietern in ihren Einkaufszentren dies kürzlich in einem Brief mitgeteilt. Auf Nachfrage bestätigt ein Sprecher des Detailhändlers einen entsprechenden Bericht der NZZ vom Samstag.

Die Migros sei sich der ausserordentlich schwierigen Situation von betroffenen Mietern bewusst, schreibt der Sprecher gegenüber CH Media. «Deshalb hat sie wie bereits im vergangenen Jahr gruppenweit intensiv an Lösungen gearbeitet, um Mieter rasch zu entlasten.» Im Vordergrund stehe für die Migros demnach die langfristige Sicherung der Geschäftsverhältnisse und die Entlastung der Geschäfte, die in Migros-Liegenschaften eingemietet seien.

Viele Geschäfte haben weniger Glück. Die Fronten zwischen Geschäftsmietern und Vermietern sind verhärtet, eine Einigung ist oft nicht in Sicht. Im Dezember beriet das Parlament in der Wintersession noch über einen Mieterlass von 60 Prozent für Geschäftsmieter, die Corona-bedingt schliessen mussten. Nachdem der Nationalrat zunächst eine abgeschwächte Variante abgelehnt hatte, versenkte eine bürgerliche Mehrheit im Ständerat das Gesetz schliesslich definitiv.