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Post startet besser ins neue Jahr – auch dank Postfinance, die erfolgreich weiter Kunden und Vermögen abschüttelt

Im ersten Quartal hat die Post den Umsatz und Gewinn deutlich steigern können. Massgeblich dazu beigetragen hat Postfinance. Wie angepeilt, kann die Tochterfirma Kunden und Vermögen loswerden. Nach Corona sinkt derweil auch die Zahl der beförderten Pakete.

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Der neue Post-Präsident Christian Levrat im Frühling bei der Präsentation des Jahresergebnisses. Nun kann sich die Post weiter von Corona erholen.

Der neue Post-Präsident Christian Levrat im Frühling bei der Präsentation des Jahresergebnisses. Nun kann sich die Post weiter von Corona erholen.

Keystone

Die Schweizerische Post hat im ersten Quartal des Jahres 1,7 Milliarden Franken umgesetzt. Das ist ein Plus von 68 Millionen, wie das Unternehmen am Mittwoch mitteilt. Auch der Gewinn ist in den ersten drei Monaten im Vergleich zur Vorjahresperiode gestiegen: um 68 auf 159 Millionen Franken. Damit sei die Post «finanziell und strategisch auf Kurs», wird Finanzchef Alex Glanzmann in der Mitteilung zitiert. «Das gute Ergebnis darf aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass wir weiter vor anspruchsvollen Aufgaben stehen.»

Wie die Post schreibt, hat «überwiegend» Postfinance zum erfreulichen Start ins Jahr beigetragen. So fiel der Zinsertrag des Tochterunternehmens insgesamt höher aus als im Vorjahreszeitraum. Und auch bei den Kommissionen und Dienstleistungen – sprich bei Kundinnen und Kunden verrechneten Gebühren – könne Postfinance gegenüber dem ersten Quartal 2021 ein Plus ausweisen. Die Quartalszahlen zeigen denn auch, dass Postfinance erfolgreich weiter Kundinnen und Kunden los wird.

Erfolgreich weitere Kunden und Vermögen abgeschüttelt

Vor Jahresfrist hatte der damalige Chef von Postfinance erklärt, er werde Kundinnen und Kunden nicht vermissen, die nicht bereit seien, etwas fürs Konto zu bezahlen oder zusätzliche Dienstleistungen zu nutzen. Nun zeigt sich: Innert Jahresfrist ist die Kundenzahl des mehrheitlich in Besitz des Bundes stehenden Geldinstituts um 125'000 auf gut 2,5 Millionen weiter gesunken. Gleichzeitig haben auch die verwalteten Kundenvermögen um insgesamt 1,7 Milliarden Franken weiter abgenommen. Dass die Kundinnen und Kunden die Botschaft von Postfinance verstanden haben, zeigte unlängst aber auch eine Umfrage: Laut dieser wollen zwei von fünf Kunden Postfinance inzwischen verlassen.

Wie die Post schreibt, hat auch im Bereich Postauto nach Corona eine deutliche Erholung der Nachfrage eingesetzt. Konkret stieg die Zahl der Fahrgäste auf 33,7 Millionen Fahrgäste – plus 18 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Mehr Postauto-Passagiere, weniger Päckli

Weiter gesunken ist derweil die Zahl der Briefe (-1,8 Prozent). Der Rückgang hat sich damit im Vergleich zum Vorjahr etwas verlangsamt. Einen deutlichen Rückgang nach dem Ende der Pandemie muss die Post indes bei den Paketmengen hinnehmen. Konkret haben die Pöstlerinnen und Pöstler in den ersten drei Monaten des Jahres mit 47,2 Millionen Paketen 9,6 Prozent weniger Päckli zugestellt.

Weil die Coronamassnahmen hierzulande inzwischen vollständig aufgehoben sind, und weil sich die Lieferkettenprobleme in Asien und wegen dem Krieg in der Ukraine derzeit weiter verschärfen, erwartet die Post, dass sich der Paketmarkt 2022 zwar langsamer entwickeln wird als bisher angenommen. Dennoch will sie an den geplanten Kapazitätsausbauten festhalten.

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