Sanitärtechnik
Trotz mehr Umsatz: Geberit spürt die höheren Preise

Starke Nachfrage in der Bauindustrie: Die Geberit-Gruppe hat im ersten Quartal 2022 beim Umsatz nochmals zugelegt. Allerdings spürt der Sanitär-Konzern die gestiegenen Rohstoffpreise.

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Geberit legt beim Umsatz erneut deutlich zu.

Geberit legt beim Umsatz erneut deutlich zu.

Keystone

Der Sanitärtechnik-Konzern aus Rapperswil-Jona vermeldet ein «sehr starkes Umsatzwachstum unter herausfordernden Rahmenbedingungen». Der Nettoumsatz stieg demnach in den ersten drei Monaten um 7,8 Prozent auf 980 Millionen Franken. Negative Währungseffekte hätten den Anstieg beeinträchtigt und den Nettoumsatz um 5,2 Prozent reduziert.

Der Ukraine-Krieg hatte hingegen «keinen wesentlichen Einfluss» auf die Umsatzentwicklung. Im ersten Quartal musste Geberit aufgrund seiner Geschäfte in Russland Kritik einstecken. Während verschiedene westliche Firmen ihre Geschäftstätigkeiten rasch eingestellt hatten, wartete Geberit vorerst ab. Schliesslich stellte auch Geberit alle geschäftlichen Aktivitäten in Russland ein.

Geberit will Preise «deutlich» erhöhen

Geberit führt das Wachstum auf Verkaufspreiserhöhungen zurück, «die rund die Hälfte zum Umsatzwachstum beitrugen». Dazu kommen positive Volumeneffekte durch die starke Nachfrage in der Bauindustrie und durch Vorzieheffekte im Hinblick auf weitere anstehende Preiserhöhungen. Geberit kündigt an, «aufgrund der beispiellosen Kosteninflation die Verkaufspreise per Mitte Jahr deutlich» anzuheben.

Die erhöhten Verkaufspreise konnten die «massiv angestiegenen» Preise teilweise kompensieren. So verteuerten sich etwa die Rohmaterialien währungsbereinigt im Vergleich zur Vorjahresperiode um 24 Prozent oder die Energie um 94 Prozent. Auch belasteten negative Währungseffekte und tarifbedingt angestiegene Personalkosten die Ergebnisse.

Diese konnten zwar in lokalen Währungen auf allen Stufen gesteigert werden, nicht aber in Schweizer Franken. So reduzierte sich das Betriebsergebnis auf Stufe Ebit um 5 Prozent auf 263 Millionen Franken. Das Nettoergebnis sank um 5,3 Prozent auf 220 Millionen.

Nachfrage bleibt hoch

Geberit rechnet auch im laufenden Jahr mit einer weiterhin starken Nachfrage in der Bauindustrie. Allerdings verzichtet der Konzern auf einen Ausblick. Der Grund: Die gestiegenen geopolitischen Risiken und Unsicherheiten bezüglich der Coronapandemie würden einen solchen sehr schwierig machen. Auch hätten sich die Risiken in den Lieferketten mit dem Ukraine-Krieg deutlich verschärft.

Die Geberit-Gruppe konnte bereits auf ein erfolgreiches Geschäftsjahr 2021 zurückblicken: Der Umsatz kletterte auf rekordhohe 3,46 Milliarden Franken und der Gewinn nahm um 17,7 Prozent auf 756 Millionen zu. Vor allem in der zweiten Jahreshälfte sind massiv mehr Toiletten oder Bäder verkauft worden. (abi)

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